Biosphärenreservat Fangotal: Dort wo der Mensch im Einklang mit der Natur lebt. – ein Bericht aus dem Rundbrief 2014

Februar 10, 2015 No Comments »

BiosphaerenparkEin Biosphärenreservat ist eine von der UNESCO initiierte Modellregion, in der nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht exemplarisch verwirklicht werden soll. Die UNESCO hat weltweit 631 Biosphärenreservate in 119 Staaten anerkannt, um das harmonische Miteinander von Mensch und Natur zu fördern. In Frankreich gibt es derzeit 13 Biosphärenreservate, wobei jener in Korsika einer der ältesten ist.

Das Biosphärenreservat Fangotal befindet sich in Nordwesten von Korsika und erstreckt sich auf einer Fläche von rund 269 km2 (das entspricht etwa der Hälfte des Bodensees) und zieht sich vom Golf von Galéria bis zur Punta Minuta (2.556 m). Im Fangodelta sind eine Vielzahl von Vogelarten wie der Fischreiher, der elegante Seidenreiher, Amphibien oder Reptilien wie die Wasserschildkröten beheimatet. Das 20 km lange Fangotal mit dem Fangofluss ist seit langer Zeit durch die landwirtschaftliche Tätigkeit seiner Bewohner geprägt. Zum einen diente das Tal als klassische Wanderroute für die Hirten aus dem Hochland des Niolo, zum anderen wurde speziell der untere Teil als Weideland für die Tiere genutzt. Außerdem ist der Fango mit seinen tiefen Wasserbecken, dem klaren, erfrischendem Süßwasser und den wunderschönen Felsen ein herrliches Badeparadies.

Ich habe den Betreuer des Biosphärenreservates Fangotal, Julien Innocenzi, kennengelernt und ihm einige Fragen gestellt:

  • Wann wurde die Biosphäre Fangotal gegründet und wer ist verantwortlich?
    Die Biosphäre Fangotal wurde 1977 auf Initiative eines lokalen Vereins für Umweltstudien der Macchia (ein immergrünes Buschwerk aus verschiedenen Pflanzen) gegründet und wird vom korsischen Regionalpark geleitet und koordiniert.
  • Warum wurde die Biosphäre Fangotal gegründet?
    Hauptsächlich um die Steineiche, diesen Charakterbaum der mediterranen Klimazone, zu schützen.
  • Sie arbeiten ganzjährig im Biosphärenpark. Was sind Ihre Hauptaufgaben?
    Ich leite u.a. mit einer Mannschaft während der Sommermonate die Touristenströme im Fangotal. Ich leiste Aufklärungsarbeit über das Biosphärenreservat und seine Mission für Schulkinder und für Erwachsene im Zuge von Vortragsveranstaltungen.
  • Wie viele Personen leben im Biosphärenreservat, welche Gemeinden gehören dazu und wer sind die Eigentümer von Grund und Boden?
    Hier leben etwa 450 Menschen verteilt auf Dörfer und Weiler der Gemeinden Calenzana, Galéria und Manso. Grund und Boden sind großteils im Besitze der Gemeinden im Niolo Hochland.
  • Aus dem Niolo Hochland? Das ist doch auf der anderen Seite des Gebirgskamms und gehört nicht mehr zum Biosphärenreservat. Wie kommt das?
    Das stammt noch aus der Zeit der Transhumanz (Wanderweidewirtschaft), als die Hirten ihre Herden vom Hochland an die Küsten zur Winterweide trieben.

Julien, ich hätte noch so viele Fragen, aber dann sitzen wir morgen noch hier!! (er lacht). Ich danke Ihnen ganz herzlich für das Interview!

Rosie Gunitzberger

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