Gipfelkreuze – ein Bericht aus dem Rundbrief 2014

März 2, 2015 No Comments »

Capu_di_a_Veta_SonnenaufgangEin interessanter Fall ist für mich die Entstehung des Gipfelkreuzes an unserem Hausberg in Calvi, dem CAPU DI A VETA (703 Meter). Das heutige Feriendorf „Zum Störrischen Esel“ ist ursprünglich aus dem Alpenverein Dornbirn heraus entstanden. Feriendorf-Alpenvereins-Gäste haben, so wie auf den heimischen Bergen, in ihrem Korsika-Urlaub, ohne sich weitere Gedanken zu machen, vielleicht das erste richtige Gipfelkreuz in Korsika errichtet – „Das Kreuz der Österreicher“. Diese „Alpenvereinler“ kannten weder die korsische Gesetzeslage, noch die religiöse Einstellung der Einheimischen. In einem ehrenamtlichen Einsatz wurde das schwere Kreuz auf den Gipfel getragen, gleichzeitig Wege ausgeschnitten und markiert. Natürlich meistens nicht in leichter Kleidung, sondern mit Kniebundhose, roten Strümpfen, schweren Bergschuhen und meistens dabei sogar singend. Die Korsen haben sich nur gewundert über die Leute vom „Club Alpin Autrichien“. Jedes alte Dorf in Korsika hat ein Dorfkreuz, Calvi zusätzlich ein Gipfelkreuz. Heute kennen wir die französischen, korsischen Gesetze, die Einstellung der einheimischen Grundbesitzer, wir können nicht mehr einfach hergehen und ein Kreuz aufstellen, den Weg markieren, den Weg ausschneiden, diese Zeiten sind vorbei. Die Einheimischen wollen selber über ihr Land, ihren Grundbesitz bestimmen. Aber zum Glück gab und gibt es den Tischler Herr Jean fouis Gonin aus Calvi und sein Team. Gonin erhielt von den zuständigen Behörden und Grundbesitzern für seine Gipfelkreuzaufstellung 2012 am CAPU DI A VETA die Genehmigung. Den Kreuztransport hat ein Heereshubschrauber übernommen. Dies in der laizistischen Republik Frankreich und das Gipfelkreuz ist immer noch das „Kreuz der Österreicher“.

Hansjörg Klotz
Tourenführer

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