La Réunion – Berge, Vulkane und Strände

November 10, 2009 No Comments »

Und, obwohl 12 Flugstunden von Paris entfernt, eine europäische Insel mit entsprechend leichter Einreise (ohne Augenscan oder Fingerprint) und dem Euro als Währung (auf Grund der Lage La Réunions begann hier vor allen anderen Staaten „in Europa“ die Währungsunion). Sehr fein! Und das Savoir Vivre der Insel mit köstlichen Croissants, Baguette und Milch aus der Normandie liegt an der Tatsache, dass die Insel zu Frankreich gehört.

Als ich vor knapp 20 Jahren das erste Mal mit einer Gruppe nach La Réunion reiste, war die Insel eine große Unbekannte im deutschsprachigen Raum. Das spürten wir auch vor Ort – wir waren die deutschsprachigen Exoten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die hier her kamen um zu wandern… völlig unsinnig – wozu? Wir sind es doch mit den Alpen vor der Haustüre – mais oui, aber ohne tropische Vegetation, ohne Strände, Palmen und ohne einen so fantastischen Vulkan. Zugegeben, es war eine Herausforderung. Unsere „Alpenkondition“ wurde von der Agentur vor Ort ziemlich überschätzt, entsprechend brutal waren die ersten Wanderetappen. Aber – unterschätzt uns „Alpenwanderer“ niemals. Wir haben es alle geschafft. Die fantastische Landschaft der Insel hat alle Mühen gelohnt.

Zukünftige Wandertouren wurden etwas „abgeschwächt“, was aber nicht heißt, das es Spaziergänge sind – keinesfalls! Auf La Réunion gibt es außer auf der Autobahn keine ebenen Wege. Jede Strecke geht entweder aufwärts oder eben abwärts, die Panoramen sind schlichtweg grandios, spektakulär und atemberaubend – auch wenn diese Begriffe ziemlich „abgelutscht“ sind – hier treffen sie zu 1000% zu. Vielleicht resultiert daraus auch die Tatsache, dass La Réunion die „Insel der Tausend Gesichter“ genannt wird.

Lange schlafen ist hier nicht! Durch die extremen Höhenunterschiede (bis auf 3.069 m Höhe geht es hinauf) türmen sich mittags meist schon Wolken in den Bergen auf. Aber nach einer Nacht im Matratzenlager (irgendwer schnarcht ja immer – obwohl – dem Lärm nach waren es in diesem Fall kollektiv alle) ist man ja richtig dankbar, wenn man schon um 04h00 aus den krachenden Stockbetten raus klettern darf. Keine Sorge – Weckruf um 04h00 war nur auf der Schutzhütte zum Piton des Neiges nötig – wir wollten ja vor Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein (ansonsten durften wir bis 05h00 schlafen…). Der erste Schock vor der Tür – sternenklarer Himmel, gefrorene Pfützen, eiskalter Wind,– und das in den Tropen. So kann man sich täuschen. Noch ein zusätzlicher Pullover übergezogen, den Regenmantel auch noch drüber (zum Schutz vor dem Wind) und los ging’s mit Taschenlampe von 2.500 auf 3.069 m – hinauf auf den Piton des Neiges, den höchsten Berg im Indischen Ozean. Langsam erwärmen sich die Knochen, langsam steigt der Puls und die Ungewissheit, ob wir es rechtzeitig schaffen würden. Ja, es ging sich aus und der Sonnenaufgang über dem Indischen Ozean, anfangs knallrot, später ins orange wechselnd war fantastisch. Kaum war die Sonne da, raus aus Regenmantel und Pullover – es wurde wärmer und wärmer; ja, wir waren doch in den Tropen.

Wir durchwanderten alle drei Kraterkessel (Cirque). Den Cirque de Mafate, in den (noch) keine Straße führt und die Dörfer nur zu Fuß und per Helikopter erreichbar sind bzw. versorgt werden können. Dieser Cirque ist zu den Passatwinden hin geschlossen und erhält wenig Regen. Daraus resultiert auch die, im Vergleich zu den anderen, karge Vegetation. Der Cirque de Salazie ist das grüne Gegenteil. Hier stürzen Wasserfälle die steilen Hänge herunter, die Vegetation ist von verschwenderischer Pracht. Die Mischung von beiden findet der Besucher im Cirque de Cilaos. Die Südwestküste wird von den gewaltigen Bergmassiven vor den feuchten Passatwinden geschützt und ist entsprechend sonnig und trocken. Es überrascht nicht, dass sich hier die meisten Hotels und Badeorte befinden.

Und dann ist da noch DER Vulkan Piton de la Fournaise im Südosten der Insel. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Erde, wird sehr genau beobachtet und seine Lava ergießt sich immer gen Südosten durch unbewohntes Gebiet ins Meer und vergrößert die Insel stetig.

Ich hatte das Vergnügen, 4x mit Gruppen die Insel zu erwandern, bis es mich in neue Destinationen zog. Unsere La Réunion Wanderreisen waren stets in Kombination mit der Trauminsel Mauritius. Und genau diese Kombination machte die Faszination aus – 1 Woche in einzigartiger Naturkulisse wandern und anschließend ein paar Tage an den Traumstränden von Mauritius entspannen. Was auch alle Teilnehmer bestätigen – eine bisher unerreichte Insel Kombination in unserem Programm.

Und jetzt wieder – La Réunion & Mauritius im Rhomberg Portfolio. Warten Sie nicht länger! Erfüllen Sie sich Ihren Inseltraum individuell oder mit Horst Dürrschmidt als geführte Reise.

Harald Stocker

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