Mountainbiken im Feriendorf Zum Störrischen Esel auf Korsika ein Interview mit Stefan Miebach

Juli 10, 2013 No Comments »

Stefan Miebach: Biker mit viel Leidenschaft für die Natur
Interview mit Thomas Brandl

Stefan Miebach unterwegs mit dem Mountainbike auf Korsika
Seit 10 Jahren lebt und arbeitet er auf Korsika. Seine große Leidenschaft, das Biken, hat er zum Beruf gemacht. Heute ist Stefan Miebach das Aushängeschild im Feriendorf, wenn es um das Thema Radfahren & Mountainbiken geht.

Stefan, was hat dich nach Korsika gezogen?
Ursprünglich hatte ich vor ca. elf Jahren die Wahl zwischen Madeira und Korsika bei einem Motorradreiseveranstalter anzufangen. Ich entschied mich, mit dem Gedanken leichter Französisch zu lernen, für Korsika. Bei meinem ersten Ankommen auf der Insel dachte ich mir sofort: „Das ist es!“

Deine Leidenschaft hast du zum Beruf gemacht, würdest du rückblickend etwas verändern?
Die Frage stellt sich mir nicht wirklich. Ich lebe jetzt, hier und heute. Was wäre mit wenn, hätte, würde …

Aus Gesprächen mit unseren Gästen hört man immer wieder, dass du Begeisterung auslöst. Wie schaffst du das?
Das frage ich mich auch manchmal… Weiß gar nicht, ob das so sehr an mir liegt oder dann doch eher an der Schönheit der Insel und der Vielfältigkeit, was man alles unternehmen kann. Ich glaube, es sind die Gäste selbst, die Begeisterung zulassen, die Begeisterung „leben“. Sei es durch Hinweise auf einer Ausfahrt oder wenn sie dabei selbst Dinge entdecken, die sie dann begeistern.

Was macht für dich eine Radtour so einzigartig?
Beim Radfahren „erfährt“ man die Natur. Der Wind weht einem um die Nase und man riecht die Maquis und kommt trotzdem schneller voran als beim Wandern.

Du begleitest wöchentlich Radtouren, haben sich die Ansprüche der Gäste deiner Meinung nach verändert?
Teils – teils. Wir haben viele Stammgäste, die mittlerweile mich, die Räder, den Esel und Korsika sehr gut kennen, diese Gäste wissen was sie erwartet und machen in der Regel ihr Ding, erkunden die Insel alleine oder mit mir bei den geführten Touren. Gäste, die zum ersten Mal auf Korsika Rad fahren möchten, muss man erst einmal aufklären, wie der Hase hier läuft. Viele Gäste möchten Genussrad fahren, das ist ein dehnbares Wort. Rad fahren auf Korsika heißt 500­1000 Hm täglich bewältigen zu können….

Hat die Popularität fürs Radfahren zu- oder abgenommen?
Radfahren ist auf alle Fälle nach wie vor ein stetiger Trend mit immer steigenden Urlaubern im Feriendorf. Sei es nun mit dem eigenen oder dem angemietetem Rad. Sei es als geführte oder individuelle Tour.

Sind neue Radtouren in Planung?
Wir planen schon seit längerem, auch Touren weiter im Süden der Insel anzubieten. Das schafft man halt nicht mit dem Rad an einem Tag. Mein „Eseltraum“ ist es, einen 9­sitzigen Bus zu haben, wo Räder und Gäste Platz finden und wir früh morgens losdüsen können, zB nach Corte oder Porto und dann von dort eine Tagestour starten und abends wieder mit dem Bus zurück. Träumen darf man ja……

Welche Radtour ist dein persönlicher Favorit?
Zum Kieselstrand bei dem kleinen Weiler Argentella an der Westküste. Am liebsten im Hochsommer als Frühtour. Kurze, autofreie Anfahrt; Sprung ins Meer und dann langsam den Tag entdecken. Herrlich!

Fährst du überhaupt noch in deiner Freizeit mit dem Bike?
Ja, meine Freundin und ich haben uns vor 2 Jahren ein Tandem zugelegt, womit wir an unseren freien Tagen gerne die Insel erkunden.

Wie schaffst du es immer wieder, dich ständig zu motivieren? Was ist deine Antriebskraft?
Die Vorstellung, morgens mit dem Auto im Stau zu stehen oder in der Bahn zu sitzen, die Verspätung hat, dann zu spät zur Arbeit kommen, den ganzen Tag in einer Werkstatt zu verbringen, motiviert mich dann immer wieder mich aufs Rad zu schwingen und den Gästen zu zeigen, wie schön doch mein Arbeitsplatz ist; wie schön ein kleines Stück Korsikas ist.

Und was unterscheidet deiner Meinung nach das Feriendorf von allen anderen Anlagen?
Das Feriendorf hat seit über 50 Jahren seinen eigenen Stil und Flair und ist immer noch bei vielen der Wanderclub von früher. Wir haben über wiegend aktive Gäste, die unternehmens lustig sind und gerne an unseren Programmen teil nehmen, um die Insel kennen zu lernen. Für die Einwohner in Calvi sind wir „les Autrichiens“, die schon ewig da sind und dann vielleicht doch ein wenig zu Calvi und Korsika gehören. Das muss man sich auf Korsika erst einmal erarbeiten. Ich glaube, dass ist dem „Club Alpin“ gelungen.

Was bedeutet Erfolg für dich persönlich?
Glücklich und gesund zu sein.

Zur Person:
Stefan Miebach wurde am 29.03.1965 geboren. Seine Familie lebt im Raum Düsseldorf. Er selbst lebt und arbeitet mit seiner Freundin auf Korsika.

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