Von zwei Rädern – auf zwei Beine – ein Bericht aus dem Rundbrief 2014

März 16, 2015 No Comments »

KorsikaNach zehn Jahren Radtouren im Störrischen Esel hat es mich heuer zu den Bergreferenten verschlagen. Zwar bin ich im Winter immer recht viel hier in den Bergen unterwegs, doch es ist dann schon ein Unterschied, ob man für sich auf den hohen korsischen Bergen unterwegs ist oder eben mit Gästen. Der erste Zweitausender in dieser Saison führte uns in die Hochtäler des Niolu, den alten und teilweise heute noch genutzten Hochalmen im Zentrum Korsikas. Auserkoren war der Monte Albano, 2018m. Man findet ihn auf dem südlichen Ausläufer des Capu Falu, oder direkt nordwestlich hinter der Cinque Frati Gruppe. Mit meinem schon etwas betagten, aber immer noch tapfer fahrenden Kleinbus ging es nach Calasima, Korsikas höchstgelegenem Dorf. Wir fuhren noch zwei Kilometer hinter dem Dorf einen asphaltierten Sackgassenweg hinein, bevor wir an einem kleinen Parkplatz unseren Startpunkt erreichten. Zu sechst machten wir uns auf in Richtung Bergerie de Ballone, bzw. Refuge de Tighietto, entlang des Stranciacone Flusses. Alsbald folgte der Abzweig zu den Bergerien de Tilarba. Durch Wälder mit den schönen Laricciokiefern und wilden Almwiesen ging es den Kessel hinauf. Über die hohe Bocca di l’Inzecche (1952m) kamen wir nach ein wenig Kraxelei nach ca. 3,5 Stunden auf dem Gipfel des Mt. Albanu an. Breites Grinsen und endlich die verdiente Brotzeit! Nach aussichtsreichem Rundumblick zu den Nachbargipfeln als Hauptaugenfang vor uns die Paglia Orba im Westen und auf den Hauptort des Niolu, Calacuccia, stiegen wir in südöstlicher Richtung wieder mit Ziel Calasima ab. Oberhalb des Flusslaufes der Grotta di Melu mussten wir uns so langsam ein wenig sputen. Der zwischendurch nach oben gerichtete Blick und Donnergrollen versprachen nichts Gutes. Kurz vor Erreichen des Dorfes fielen dann die ersten Tropfen. Nun war Eile geboten. Noch mussten ca. zwei Kilometer zum Auto zurückgelegt werden. Die Gäste wurden unter einem Unterstell „geparkt“ und ich nahm die Beine in die Hand und machte mich zum Wagen auf. Darauf saßen wir trocken im Bus. Alles in allem ein guter Einstieg in die korsische Bergwelt.

Stefan Miebach
Tourenführer

Related Posts

Leave a Reply