Wandern, Berge und Meer! – ein Bericht aus dem Rundbrief 2014

Februar 10, 2015 No Comments »

NinoSeeMeine erste Saison im Feriendorf Zum Störrischen Esel (Übersetzung auf Französisch übrigens nicht möglich, denn Esel sind in Wahrheit ja gar nicht störrisch – und die korsischen schon gar nicht. Siehe Asterix auf Korsika. Ha!)

Gleich am Anfang meines Einsatzes, ich durfte unsere Gäste am Flughafen abholen, fragte mich ein Herr: Fahren Sie auch zum Verrückten Pferd? Ja, antwortete ich, genau dahin. Verrückt ist es hier schon irgendwie – eine riesige Familie – und vor allem schön verrückt. Ich bin selber mit dem Auto auf die Insel gefahren und wenn man vom Landesinneren auf die Küstenstraße kommt, dann hat man diesen Blick auf die rote Granitinsel Île Rousse, um die sich das türkisfarbene Meer brandet. Immer noch fehlen mir an genau dieser Stelle die Worte – und das als Reiseleiterin. Ich habe den schönsten Job der Welt: Ich gehe wandern, schwimmen, schnorcheln, kraxeln, genieße Kultur und darf große und kleine Menschen für die Insel der Schönheit begeistern. Denn sie hat so vieles zu bieten. Wie sagt man auf Französisch: Mer, Montagne et Maquis! Schwimmend im azurblauen Meer den schneebedeckten Monte Cinto sehen – oder umgekehrt. Erst auf die Gipfel kraxeln, die Insel von oben betrachten und dann die heißen Glied maßen am langen Sandstrand von Calvi im Wasser erfrischen… DAS ist Korsika! Nein, Stopp! Korsika kann noch mee(h)r: Hochgelegene Seen, glasklare Flüsse, spektakuläre Schluchten, Wälder, Klippen, Bergdörfer, Kultur, Delikatessen und und und… Und: dieser Duft! Wer einmal auf der Insel war, vergisst diesen Duft nicht mehr! Wie sagte schon Napoleon (der übrigens ein Korse war): Auch mit geschlossenen Augen erkenne ich die Insel am Duft! Zum „Duft“ zählen aber auch die herzhaften Ziegenund Schafskäse (chèvre und brébis). Deliziös sind auch das Kastanienbier Pietra, die traditionellen Kekse „Canistrelli“, der salzige Schinken „Lonzu“ und vor allem der Rosé. Hach, ich schweife schon wieder ab, man kann sich hier einfach nur wohlfühlen!

Aber seid gewarnt: Hier gibt es den gemeinen Korsika-Virus; heimtückisch, ohne irgendwelche Anzeichen kommt er über Nacht und bleibt für immer. Die Wiederholungstäter häufen sich. Es tut jedoch nicht weh und schon bleibt der odeur der Immortelle und der hiesigen Myrte für immer in der Nase. Auch die Griechen gaben Korsika schon den Namen Kallisté – die Schönste der Inseln im Mittelmeer! Waldig, wild und warm. Ich bin jedenfalls froh wieder hier zu sein und das für die ganze Saison. Fünf Monate im Esel – und keinen Tag zu viel. Ich werde oft gefragt, ob es nicht langweilig ist, die gleichen Touren immer wieder zu machen. Mit Nachdruck sage ich NEIN! Jeder Tag, jede Saison, jeder Monat, jede Gruppe – alle haben ihre ganz persönliche Note. Und ich habe das Glück, dass ich viele verschiedene Dinge anbieten kann: Vom Motorboot fahren zum Weltnaturerbe Scandola, über Bustouren zu den schönsten Naturwundern, Kulturwanderungen mit anschließendem Flussbaden, Paddeln im Fango und – wie sollte es anders sein – Meer. Hoffentlich darf ich auch 2015 wieder viele sportund kulturbegeisterte, oder sogar verrückte Menschen im Feriendorf begrüßen. Und verrückt sind wir ja alle irgendwie – verrückt nach Korsika!

A bientôt, liebe Grüße

Lena Schimmelpfennig

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