DAV – Jubiläumsausfahrt nach Korsika

Juli 1, 2010 No Comments »

Mit der DAV- Bezirksgruppe Rems – Murr nach Korsika

40 Jahre Bezirksgruppe Rems Murr (ehemals Rommelshausen), da muss was Besonderes her!
Nach Korsika zum Wandern, so die mehrheitliche Meinung, wäre dafür geeignet.

Mit der Bahn fuhr eine 22-köpfige Gruppe am Sonntag, den 06. Juni nach Memmingen, um dort mit dem Flieger nach Calvi abzuheben. Nach knapp einer Stunde Flugzeit erreicht die Maschine um 17:35 Uhr ihr Ziel. Nach Ankunft brachte uns ein Bus an die Ostküste ins Hotel La Lagune bei Lucciana.

Dort machte uns Horst (Hotte) Dürrschmidt, unser Wanderführer und Betreuer, mit den wichtigen Dingen der Wanderwoche vertraut. 7:00 Uhr Frühstück und 7:45 Uhr Abfahrt und das die ganze Woche lang! Die langen Anfahrten zu den Zielen machten frühe Abfahrten notwendig.

Der 2. Tag beginnt mit einem ca. 800 hm Anstieg zum Monte San Petrone, auf 1.767 m. Vom Col de Prato 985 m, ging es auf schattigem Weg unschwer, durch Kiefern-/Buchen- und Kastanienwälder, bis auf eine leichte Kletterstelle am Schluss, zum Gipfel. Wir genossen einen grandiosen Ausblick über die Berge um den Monte Cinto (2.706 m) dem höchsten Berg Korsikas, zur Ostküste, und das Gebiet der Castagniccia.
Bei einem Zwischenstopp vor einer Bar in Morosaglia lassen wir uns, – nach getaner Arbeit – das erste korsische Bier aus Kastanien gebraut (Pietra), durch die durstigen Kehlen rinnen. Es schmeckt hervorragend und wir kommen davon die ganze Woche nicht los!

Am 3. Tag bringt uns der Bus zunächst nach Corte, um in kleinere Fahrzeuge umzusteigen. Diese bringen uns auf schmaler Straße 15 km durch das malerische Restonicatal hinauf zur Bergerie de Grottelle auf 1.370 m. Wir sind am Ausgangspunkt zu den schönsten Bergseen Korsikas, dem Melosee, 1.711 m und dem Capitellosee, 1.930 m.

Es ist eine Tour mit hochalpinem Charakter, auf gut gesicherten Passagen (Ketten und Leitern) zum Melosee und etwas anspruchsvoller hinauf zum eisbedeckten Capitellosee. Die einmalig schöne Bergkulisse um den Monte Rotondo, 2.622 m entschädigt für die Anstrengung. Anschließend in der Bergerie genießen wir die Zeit bis zur Abfahrt mit einem oder auch zwei Pietra. In Corte erwartet uns der Bus und bringt uns ins Hotel Le Mistral nach Porto Vecchio. Unterwegs machen wir in einer der unzähligen Buchen einen Badestop mit Capuccinopause.

Am 4. Tag fahren wir zum südlichsten Punkt Korsikas, ans Capu Pertusato. Wir wandern entlang den 60m hohen Klippen, hinaus zum Leuchtturm mit atemberaubenden Ausblicken, bis hinüber nach Sardinien, das nur 12 km entfernt ist.

Ein Abstieg ans Meer zu einem kurzen Badevergnügen muss sein. Weiters marschieren wir entlang der Steilküste mit dem faszinierenden Blick auf die Zitadelle und den Ort Bonifacio mit der berühmten Stiege des Königs von Aragon.

Nach der Mittagspause in Bonifacio fahren wir mit dem Boot entlang den Klippen zur Drachengrotte und den kleinen Fjorden und Inseln entlang der Küste. Das kristallklare Wasser von dunkelblau bis türkisfarben in Verbindung mit der Steilküste ist beeindruckend. Ein Abendbummel durch Porto Vecchio beendet diesen Tag.

Am 5. Tag unserer Reise fährt unser Bus zum Pass Col de Bavella, 1.218 m. Die Wanderung führt uns durch schattige Eichenwälder hinauf zu den markanten Felszacken der südlichen Bavella, zum Aussichtspunkt der Punta Velaco auf 1.483 m. Ein großartiger Blick auf die Ostküste zwischen Porto Vecchio und Aleria sowie den Felstürmen der Nordgruppe bietet sich dem Betrachter. Den Abschluss bildete das Tor „Trou de la Bomb“, ein fast kreisrundes Loch durch eine Felswand, die über 400 m senkrecht abfällt. Nach etwas über 300 m Abstieg beschließen wir die Tour mit einer Einkehr in einer der Hütten am Pass zu beenden. Die Fahrt geht weiter bis zur Westküste über Sartène, der korsischten aller Städte. Nach einer kurzen Besichtigung führt uns die Fahrt weiter nach Propriano ins Hotel Claridge für eine Nacht. Ein Abendessen in einem nahe gelegenen Hafenrestaurant beendet den Tag.

 

Am 6. Tag geht es nach Ajaccio, der Heimatstadt Napoleons. Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung führt uns die Reise weiter, mit einem Badestopp bei Cargèse und einer Besichtigung des ehemals griechischen Dorfes, in dem sich die griechisch orthodoxe und die kath. Kirche friedlich gegenüber stehen. Weiter geht die Fahrt durch die einzigartige Steinwelt der Calanche, welche uns ein weiteres Wunder der Natur bietet. Atemberaubende Felsformationen bietet dieses rote Felsenmeer um den Capu d’Ortu.

Weiter geht es nach Porto, ins Hotel Kalliste, unserem nächsten Nächtigungsort direkt am Meer. Einen herrlichen Sonnenuntergang hätten wir erlebt, wenn uns nicht kurz zuvor eine Wolke den Fotospaß verdorben hätte.

Am 7. Tag steht eine besondere Wanderung auf dem Programm, denn dieses Mal führt der Weg nicht bergauf, sondern 600 m bergab, durch die berühmte Spelunca-Schlucht. Von Evisa 829 m, geht es durch eine bizarre Felsenwelt (Einstieg am Friedhof). Auf einem überwiegend befestigten Pfad geht es hinunter in den Talgrund durch den ein Bach fließt. An einer genuesischen Bogenbrücke der Pont de Zaglia machen wir rast.

Die Gumpen unter der Brücke laden an heißen Tagen zum Baden ein. Leider hatten wir an diesem Tag starke Bewölkung. Steile Felswände rechts und links, begleiten uns den restlichen Weg bis zu einer Straßenbrücke. Wir biegen links ab und gehen der Straße entlang ca. 200 hm hinauf zum Bustreff. Dieser bringt uns nun nach Calvi, unserem letzten Besichtigungsort. Der Ausblick von der Zitadelle über Stadt und Hafen lässt an ein Wiedersehen mit Korsika denken. Die letzte Nacht verbringen wir in Ile Rousse im schönsten Haus der Reise, – von Wellen umspült, im Hotel La Pietra, unweit des Fährhafens.

Wir bedanken uns bei Hotte, der als Wanderführer, Reiseleiter, Kellner und mit sonstigen Dienstleistungen seinen Job perfekt gemeistert hat. Einen besonderen Dank unserer jungen und charmanten Busfahrerin Olivia, die mit 21 Jahren die jüngste Busfahrerin Frankreichs ist. Sie hat diese Rundreise zum ersten Mal gefahren, mit einer Perfektion, die seinesgleichen sucht. Die Hotels waren in Ordnung und die korsische Küche vorzüglich!

Hans Schneider hatte dieses Reiseziel vorgeschlagen und hat dies mit dem Reiseveranstalter Rhomberg Reisen aus Dornbirn (bekannt durch die Ferienanlage „Störrischer Esel“) mit Bravour organisiert. Dafür unser aller Dank!

Am Sonntag, den 13. Juni dürfen wir länger schlafen, denn es ist Abreisetag. Um 9:00 Uhr bringt uns der Bus zum Flughafen nach Calvi und um 11:35 Uhr heben wir ab, bei 28 °C nach Memmingen. Dort nach knapp einer Stunde angekommen, gleich der Temparaturschock: Regen bei nur 16 °C!
Wir sind zurück in Deutschland. Die Taxis stehen bereit für die Fahrt zum Bahnhof. Die Bahn bringt uns alle wieder gut nach Hause.

Bericht: Wolfgang Zuber, Juni 2010

Related Posts

Leave a Reply