Der „Wunder Hund“ – ein Bericht aus dem Rundbrief 2014

Januar 26, 2015 No Comments »

WunderhundAm frühen Morgen des 10.06.2014 beschlossen Jörg, Hanne und ich (Josef) wieder mal auf Steinmännchen-Suche zum San Parteo zu gehen. Nach 40 km zum Teil steilen Serpentinen und Bergrampen über Lumio, Muro und das herrlich gelegene Bergdorf Speluncato erreichten wir dank unserem versierten Fahrers Jörg den noch völlig leeren Parkplatz der Bergerie auf der Bocca di Battaglia. Nachdem wir ausgestiegen waren löste sich aus dem Schatten eines Busches etwas grauschwarz geflecktes, das sich als eine Art Jagdhund entpuppte. Gestiefelt und gespornt marschierten wir los und der Hund, der dauernd um unsere Beine herum lief, wollte uns anscheinend ein Stück des Weges begleiten. Nach ca. 1 ½ Stunden unterhalb des Monte Tolu (1.332 m) macht er immer noch keine Anstalten wieder umzukehren. Ich machte mir langsam Gedanken wie er wohl seinen Durst löschen wollte (unser Fruchtsaftgemisch hätte ihm wohl nicht geschmeckt). Doch „oh Wunder“ ca. eine halbe Stunde später tauchte direkt auf unserem Pfad eine winzige Wasserlache auf (hatte er es gewusst oder gerochen) aus der er begierig in sich hinein schlabberte. Ab jetzt hieß es Augen auf und Steinmännchen suchen, unser Begleiter (wir nannten ihn einfach Hund) immer fleißig voraus. Je länger die Tour dauerte, desto mehr bewunderte ich seine Kondition. Und tatsächlich nach 3 Stunden 40 Minuten standen wir zu viert auf dem San Parteo (1.680 m). Nachdem wir die tolle Aussicht (Monte Cinto, Paglia Orba usw.) genossen und uns gestärkt hatten (der Hund bekam als Belohnung ein Stück Salami) traten wir den gleichen Rückweg an. Wir fanden auch wieder die Trinkstelle für unseren vierbeinigen Freund. Als sämtliche Zweibeiner für einige Augenblicke  unaufmerksam  waren,  hatten wir den richtigen Pfad verloren. Ich schaute nach unten. Ich schaute nach vorne. Ich schaute nach oben und tatsächlich sah ich ca. 30 m oberhalb unseren Hund und ganz in der Nähe zwei Steinmännchen (wie macht der das bloß). Am Monte Tolu sahen wir einen Bergsteiger, der gerade hinunter geklettert war. Ich glaube, unser Hund überlegte kurz ob er mit dem zurückgehen sollte, hielt uns aber dann doch die Treue. Wir entschieden auch noch die Kletterpartie (ca. 15 Minuten) auf den Monte Tolu in Angriff zu nehmen und ich traute meinen Augen kaum, der Hund folgte uns auch hier. Vor höheren Felsstufen bleibt er stehen, wackelt aufgeregt mit dem Schwanz, überlegt und überlegt, doch dann nimmt er all seinen Mut zusammen und springt über kleine Felszacken nach oben. Das Ganze wiederholt sich mehrere Male bis zum Gipfel. Beim Abstieg rutscht er manchmal einfach ein Stück die Fels platten hinunter.  Irgendwann  musste  unser  vierbeiniger Freund wohl einmal mit einer Gämse gekreuzt worden sein. Zurück auf der Bergerie an der Bocca di Battaglia genehmigten wir uns noch einen Radler und unser Berg kamerad legt sich zum wohlverdienten Ausruhen wieder in den Schatten. Bei den Wirtsleuten erfuhr ich dann noch, dass wir unsere 7 stündige Bergtour mit der tapferen 10 jährigen Hündin „Ribella“ gemeistert haben. Zurück im „Störrischen Esel“ erzählten wir gleich einigen Bekannten von unserer wundersamen Begegnung.

Josef Willer

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