Herzlich Willkommen – ein Bericht von Gerda Jordan

Oktober 14, 2015 No Comments »

herzlichwillkommenDiese kleine Botschaft fand ich auf dem Tischchen vor meinem Bungalow mit typisch korsischer Dekoration:

welcome – bienvenue – aber auf korsisch?

Als ich in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum ersten Mal korsischen Boden betrat wanderten und reisten wir 4 Urlauber zu Fuß, mit Bus, Bahn und Autostopp, wohnten zwischendurch 4 Tage im großen Zelt beim störrischen Esel, schliefen in unseren kleinen Reisezelten an Stränden, in den Bergen und ganz einfachen Plätzen.

Auf der Mufrella gab es die Abschiedszeremonie, es war so vereinbart. Das Ehepaar stieg ins Asccotal ab und wir zwei Frauen stiegen/wanderten zurück nach Calvi.

All die Jahre fühlte ich mich nie bedroht in Korsika bis auf ein einziges Mal als wir eine Campier Verbotstafel auf einem Pass nicht beachteten. Da gab es nachts Schüsse, Warnschüsse, aber das wussten wir erst am nächsten Tag. Respekt und gewisse Vorsichtsmaßnahmen sind in jedem fremden Land angebracht. Nach längerer korsischer Abwesenheit – genau 2 Jahrzehnte, wagte ich von Neuem die Reise auf die Insel, nur eine Woche.
Enttäuschung! Corsica und ich waren älter geworden, vor allem ich. Im Feriendorf Zum Störrischen Esel fühlte ich mich wohl, erholte mich, fand sehr netten Anschluss und wagte es schlussendlich allein in ein Concert auf die Zitadelle zu gehen. (wirklich zu Fuß 🙂 ) Ein tiefgreifendes, nachhaltiges Erlebnis. Ich verstand kein einziges Wort. Es wurde nichts erklärt auch nicht auf Französisch. Allein die Stimmen, die Instrumente, die Akustik,… wirkten sehr, sehr energetisierend. Oh ja, beim Schlusslied verstand ich „Kyrie und Christe eleyson“ – Gänsehaut beim Pianissimo! Die Nachhaltigkeit vertiefte sich zu Hause mit der CD, mit den Lied-Testen und dem Internet.

Alle Jahre wieder ….
Wer kennt es nicht, dieses kleine Weihnachtslied? Dies ist eine eigene korsische Geschichte.

Alle Jahre wieder Korsika, alle Jahre wieder „störrischer Esel“, es ist soooo bequem heutzutage dorthin zu reisen. Es ist sooo erholsam in dem wundershcönen Park, es ist sooo ein großes Verwöhnangebot vorhanden – es ist jedes Jahr wie ein Heimkommen.

Willkommen bei den Korsen
Als Film unter Sternen in der Bergerie
deutsch synchronisiert

Jetzt mach ich einen Sprung über das Meer der Hindernisse und der Ereignisse

Willkommen bei „Umani“
Kein neuer Filmtitel, jedoch so fühlte ich mich

Umani ist eine korsische Stiftung, mit 5 Programmschwerpunkten, die die wichtigsten Pfrojekte präsentieren, eines davon heißt:

Artisans de la non violence mit dem Ziel so viele Menschen wie möglich eine Kultur der Gewaltfreiheit zukommen zu lassen.

Es sollte so sein. Die Veranstaltung fiel zeitlich in meinen Urlaub (Foto)

Sprachlich, organisatorisch, kräftemäßig, war es für mich eine Herausforderung.

Müde saß ich mit meinem Teller, den ich kurz vor „Torschluss“ (Buffetschluss) befüllte, in Ruhe an dem kleinen Tisch. (Der Zug vom Osten kommend, der einzige, im Tag, der von Bastia nach Cavi fährt, hatte Verspätung) Müde, froh „zu Hause“ zu sein, glücklich und zufrieden und sehr reich beschenkt.

Das Tagesprogramm beinhaltete Vorträge Bilder auf Leinwand und Videos wie z.B. Differenzierte Momente einer Aktion non-violente, Stunde des Schweigens Greenpeace anschließende Wortmeldungen und Workshops/Ateliers zur Auswahl. Die Qual der Wahl stellte sich für mich bei meiner lückenhaften Sprachkenntnis. Mit Ermutigung einer Teilnehmerin sah ich mir das Eintrage Blatt mit den Themen nochmals an und fand dann wie durch ein Wunder das Richtige für mich: „explique l’action non-violente aux jeunes à partir du Parcours-Expo“ die Aktion Gewaltfreiheit jungen Menschen anhand von Ausstellungsstücken (Karikaturen) erklären. Die leitende Person, Madame Lionelle Galland verstand es unter den Teilnehmern rasch eine Kommunikation in Gang zu bringen indem jeweils ein Paar zu drei vorgegebenen Fragen sich gegenseitig interviewte und dann der/die eine die andere in der Gruppe vorstellte. In Folge wurden u.a. Themen wie Unterschiede von Zorn, Wut, Aggression … diskutiert. Gebanntheit, konzentrierte Aufmerksamkeit bemerkte ich bei mir. Summa sumarum: reich beschenkt!

Ein besonderer Dank an die Rezeption des Feriendorfes, schnell und kompetent wurden fehlende Anmeldungsunterlagen mit Mail gefragt, und ausgedruckt auch der Internetzugang incl. Starthilfe war mir sehr von Nutzen.
Mit dem gefragten Beitrag möchte ich auch Ihnen, geschätzter Herr Direktor, Michael Ofenhitzer namentlich und herzlich danken.

Gerda Jordan, Gast

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