Korsika „Insel der Schönheit“ / Unterwegs auf der „Grand Tour de Corse“

Juni 15, 2012 No Comments »

Mittagsblumen

Mittagsblume
Mit der „Grand Tour de Corse“ unterwegs auf Korsika. Eine Tour für Korsika Einsteiger oder Korsika Fans, die sich bisher „nur“ im Norden aufgehalten haben. Aber täuschen Sie sich nicht, eine „Erholungsfahrt“ ist das keine. Dafür erwartet Sie aber eine extrem abwechslungsreiche Landschaft, ein duftendes Blütenmeer (besonders im Mai, wobei es im September zur 2. Blüte kommt und auch seinen Reiz hat) und geschichtsträchtige Städte.

Ankunft in Korsika

Mohnblumen

Macchia

Nach der Ankunft in Calvi sind wir in die ehemalige Hauptstadt, nach Corte, gefahren. Mitten im Herzen der Insel – das Zentrum der freiheitsliebenden Korsen, die Stadt von Pascal Paoli und heute der intellektuelle Mittelpunkt Korsikas. Hier befindet sich die einzige Universität, entsprechend pulsierend und jung scheint die Stadt zu sein, trotz ihrer beeindruckenden Geschichte. Markant thront die Zitadelle über der Stadt, die wir bequem mit dem „Petit train“ erreichen.

Petit Train
Festung von Corte

Köstlichkeiten
Die „Salzstadt“ Porto Vecchio („alter Hafen“) ist unser Etappenziel. Hier haben wir uns für 4 Nächte einquartiert. 1539 begann der Bau der Festung. Vom alten Stadttor bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Küste und den Golf.

Golfe Hotel
Blick auf den Golf von Porto Vecchio
Am 2. Tag steht ein absolutes Highlight auf dem Programm. Die südlichste Stadt der Insel, Bonifacio. Die Stadt ist „geteilt“ – unten die Marina mit Restaurants, Ausflugsbooten und Yachten aus aller Welt. 70 Meter darüber liegt die mittelalterliche Altstadt mit der markanten Zitadelle, malerischen Gassen und atemberaubenden Ausblicken auf die Kreideküste, den Hafenfjord und bis hinüber nach Sardinien. Wir starten mit dem Schiff zu einer fantastischen Tour an der Küste entlang, fahren mit dem „Petit Train“ hinauf zur Zitadelle und spazieren durch die Stadt. Tipp: Unbedingt Muscheln in einem der Lokale am Hafen probieren!

Hafen mit Blick auf Zitadelle

Bootsfahrt
In der Grotte
Kreidefelsen
Häuser am Abgrund
Am Abgrund
Hafen von Bonifacio
Bild auf die Hafenausfahrt
Heute (3. Tag) sind einige Kilometer zu bewältigen. Wir tauchen ein in die Urgeschichte der Insel (Filitosa/Menhire) und besuchen Ajaccio, die Geburtsstadt des großen Kaisers, Napoleon Bonaparte, der für Korsika zwar nicht viel gemacht hat, hier jedoch übertrieben stark gefeiert wird. Eine Reise von Statuenmenhieren zu Prachtbauten und Denkmälern für den berühmten Sohn der Stadt. Ajaccio ist eine sehr offene Stadt und man fühlt sich wie an der Côte d’Azur – nur ist es hier nicht ganz so teuer.

Menhire
Napoleon
Napoleon
Geburtssofa von Napoleon Bonaparte
Blick auf die Küste
Nach den gestrigen kulturellen „Exkursionen“ ist Natur pur angesagt. Wir tauchen ein ins Gebiet „Alta Rocca“, besuchen das Museum in Levie, den Wald von Ospedale und verbringen einige Zeit am Col de Bavella, den Dolomiten Korsikas. Fotos sagen mehr als viele Worte …

Korsische Ur-Kuh
Stausee von Ospedale
Verwilderte Hausschweine
Baum trennt Stein
Maria Statue auf dem Bavella-Pass
Bavella-Pass

Bavella

Wir sind schon beim 5. Tag. Die Zeit vergeht unglaublich schnell. Damit ist auch Abschied angesagt. Es zieht uns der Küste entlang weiter nach Norden. Bastia – St. Florent – Calvi. Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, dass Bastia die hässliche Schwester von Ajaccio sei. Wer das behauptet, war sicher noch nie am alten Hafen oder in der Oberstadt. Bastia’s Charme will erobert sein, also unbedingt hinüber zum alten Hafen und hinauf zur Zitadelle und in die Oberstadt spazieren. Der Schriftsteller Victor Huge lebte schließlich auch einige Jahre hier, also überzeugen Sie sich selber vom Charme dieser Stadt.

Napoleon
Impression
Blick auf den alten und neuen Hafen
Alter Hafen in Bastia
Am gleichnamigen Golf liegt St. Florent. Damit sind wir am südlichen Punkt des Cap Corse und an der Westküste angelangt. Der reizende Ort hat sich in den letzten Jahren zu einem Touristenmagnet entwickelt. Es sind ein paar neue, sehr gute Hotels entstanden, die Infrastruktur wurde verbessert, trotzdem ist St. Florent noch klein und überschaubar geblieben. Leider haben wir keine Zeit für eine Bootsfahrt zu einem der herrlichen Strände, aber für einen köstlichen Eisbecher reicht es allemal.

Kirche in St. Florent

Am späten Nachmittag erreichen wir Calvi, für viele die schönste Stadt der Insel. Auf einer Landzunge am Meer, nur wenige Schritte von der Altstadt, dem Hafen und der Zitadelle entfernt, liegt unser Hotel für die nächsten 3 Tage. Besser geht’s von der Lage her nicht!

Blick auf die Stadt
Hotel St. Christophe
Wälder, tiefe Schluchten, grandiose Felsformationen, Wunderwelten der Tafonis (in der Calanche) und der schönste Golf Korsikas, der Golf von Porto. Ein langer, aber fantastischer Tag steht bevor. Das Wetter spielt super mit (wie schon alle Tage vorher). Es geht hinein ins Innere der Insel, wir durchqueren die Regina Schlucht und erreichen den Calacuccia Stausee.

Regina Schlucht
Regina Schlucht
Regina Schlucht
Calacuccia Stausee
Nach einer kurzen Pause durchfahren wir den malerischen Niello Wald hinauf zum Col de Vergio, dem höchsten befahrbaren Gebirgspass Korsikas (1.464 m). Die Vegetation hat sich in der Höhe entsprechend verändert. Sogar Ski-Lifte sind vorhanden und zahlreiche Tafeln weisen auf Langlauf Loipen hin (wie wäre es mal mit einem Winterurlaub auf Korsika?)

Wir erreichen Porto und die Kameras laufen alle heiß. Porto ist kein Ort – eigentlich nur eine Ansammlung von Hotels, Restaurants und anderer touristischer Infrastruktur. Es gibt ein Aquarium, zahlreiche Ausflugsfahrten entlang der Küste und in den Naturschutzpark Scandola. Mein Tipp: Unbedingt auf den Genueser Turm aufsteigen (ca. € 2,50). Es ist leicht zu schaffen, der Ausblick ist von oben ergreifend schön.

Golf von Porto
Porto Hafen
Blick auf Porto
Blick vom Restaurant
Golf von Porto

Am Nachmittag bestaunen wir das UNESCO Weltnaturerbe „Calanche“. Hier ist der Granit mit Porphyr durchsetzt und gibt der Landschaft eine orange-rötliche Färbung. Im Kontrast mit dem tiefblauen Meer einfach atemberaubend.

Calanche
Calanche
Calanche
So, nach so vielen Eindrücken und Kurven gestern, lassen wir es heute ruhiger angehen mit wesentlich weniger Kilometern. Die Dörfer der Balagne (zwischen Calvi und Ile Rousse) sind unser Ziel. Die liebevoll gepflegten Weiler wie Feliceto, Speloncato, Sant Antonino, Calenzana u.a. haben sich den ursprünglichen Charme erhalten. Einst zwangen die zahlreichen Piratenüberfälle die Korsen, sich im Hinterland, auf strategisch günstigen Flecken, anzusiedeln. Von hier war der Feind sehr früh zu sehen.

Kirche von Calenzana
Kirche von Calenzana - heilige Restituta
Blick auf die Bucht von Calvi
Bucht von Calvi
Dorf Sant Antonino
Dorf Sant Antonino
Dorf Sant Antonino
Dorf Sant Antonino
Paoli gründete die Hafenstadt Ile Rousse, da er einen Hafen für die Korsen brauchte. Calvi war ja von den Genuesern besetzt und für Korsen nicht zugänglich. Ile Rousse hat einen kleinen Markt, wo die Bauern der Umgebung ihre Köstlichkeiten anbieten, ein paar nette Gassen mit Restaurants, eine lange Strandpromenade und den wichtigsten Hafen der Balagne.

Markt von Ile Rousse
Bucht von Ile Rousse
Ja und zum Schluss – was fehlt denn noch? Die Besichtigung der Oberstadt von Calvi! Seit wir hier sind, zieht sie unsere Blicke auf sich. Es wird Zeit, in die Vergangenheit einzutauchen. Hier soll angeblich der Geburtsort von Christoph Kolumbus sein. Gesichert ist, dass Napoleon I mit seiner Mutter hier Zuflucht fand und Admiral Nelson sein Auge im Kampf verlor. Die Oberstadt wird von der Festung und dem Gouverneurspalast dominiert und bietet auf jeder Seite grandiose Ausblicke auf die Bucht, die gewaltige Bergkulisse und das Meer. Spätestens jetzt bereut jeder in der Gruppe, keine Verlängerung gebucht zu haben. Glücklich sind diejenigen, die morgen nicht zum Flughafen müssen und noch eine Woche bleiben – sehr vernünftig. Leider gehöre ich nicht zu diesen glücklichen Menschen.

Calvi
Hier wurde Kolumbus geboren
Ausblick Calvi
Impression

Blick auf Calvi
Hafen Calvi
Blick auf den Hafen von Calvi

Hafen Calvi am Abend
Also wenn Sie mal beabsichtigen, diese interessante Rundreise zu buchen, denken Sie auch an eine Verlängerung in Calvi, Algajola oder Ile Rousse. Nur so ist der Urlaubseffekt wirklich gegeben.

Bucht von Calvi
Blick auf die Stadt
Blick auf die Bucht von Calvi
Ausblick
Bucht von Ile Rousse
PS: Alle Fotos stammen von der Rhomberg Rundreise „Grand Tour de Corse“ Süd-Nord im Mai 2012.
Harald Stocker/Juni 2012

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