Capu di a Veta oder der Hund vom Hausberg

November 24, 2008 No Comments »

Einen unvergesslichen Tag bescherte uns die Wanderung auf den Capu di a Veta oder Hausberg, den man gut vom Feriendorf aus sehen kann. Ein Aufenthalt im Feriendorf ohne Hausbergbesteigung ist fast undenkbar. Es war unsere erste, etwas anspruchsvollere Wanderung nach unserer Ankunft, am vierten Tag nach Urlaubsbeginn. Es begleitete uns Hansjörg und um die größte Mittagshitze zu vermeiden, marschierten wir recht früh, um 7.30 Uhr los. Zu unserem großen Erstaunen teilte uns unser Wanderführer sogleich mit,
dass eventuell ein Hund uns begleiten wird. Lassen wir uns überraschen – dachten wir, während wir an den letzten Häusern vorbeimarschierten, bevor der schmale Weg durch die Macchia bergan führt. Und wirklich: aus einem geöffneten Gartentor stürmte sogleich ein ziemlich großer, schwarzer, etwas zotteliger Hund heraus, kaum dass er uns wahrgenommen hatte und machte sofort Anstalten, mitzugehen. Offensichtlich war er nicht bösartig. Wir konnten ihn auch nicht aufhalten, so ging er mit. Zuerst in Sichtweite, dann entfernte er sich immer mehr von der Truppe. Wir schlichen den schmalen Weg durch das Gestrüpp bergan,
solch einen Weg sind wir noch selten gelaufen: ansteigend, verschlungen, sehr schmal, felsig, es duftete nach Macchia – eine Überraschung! Der Ausblick auf das Meer und die Bucht von Calvi und die Festung sind einzigartig, zumal so früh am Morgen, und belohnte uns für unsere Anstrengungen. Unterwegs fanden wir dann heraus, dass der uns begleitende Vierbeiner ein Bad in einer Gumpe genommen hatte. Bis wir ihn  erreichten, war er bereits gebadetund schüttelte sein nasses Fell. Es raschelte im Dickicht des Gestrüpps und dann verschwand er wieder. Wir erklommen den Gipfel und waren nach ca. 2,5 Stunden am Gipfelkreuz .Ein atemberaubender Ausblick auf die Bucht von Calvi und auf das Feriendorf! Die Wanderung ist sehr reizvoll, aber dennoch etwas anstrengend. Wir dachten, dass der Hund unterwegs kehrt gemacht habe, aber weit gefehlt. Plötzlich tauchte er am Gipfel auf, er bekam natürlich von uns Leckerchen in Form von Keksen, Wurst und Käse. Zum Abstieg wollte er uns nicht begleiten, lange sahen wir ihn von unten, während des Abstieges, wie er oben am Gipfelkreuz auf einem Felsvorsprung stand und auf uns herabblickte. Ein Hund namens Voyou, der anscheinend alle Wanderer kennt, die den Hausberg besteigen, berichtete uns einige Tage später sein Herrchen, da wir noch einmal alleine hinaufgestiegen sind. Wer glauben Sie, begleitete uns auch dieses Mal?

Ein letztes sehr schönes Erlebnis: Girolata
Eine malerische Wanderung – wie angekündigt wurde, mit unserer Wanderbegleiterin Julia stand auf dem Programm und drohte aufgrund des Teilnehmermangels ins Wasser zu fallen. Wir standen vor der Rezeption im Feriendorf und dachten darüber nach, was eventuell zu tun sei. Ich bot an, falls irgendwie erforderlich, einen Mietwagen zu fahren. So kam die Wanderung dennoch zustande und wir freuten uns. Nach einer 1,5 stündigen und kurvigen Anfahrt zum Ausgangspunkt – auf Korsika gibt es eine zusätzliche Gefahr für Autofahrer in Form von freilaufenden Kühen, die sich auf die Fahrbahn stürzen – konnten wir unsere Wanderung beginnen. Es ging zuerst einmal rasant steil bergab, bis wir einen schmalen, von Macchia durchquerten Wanderpfad erreichten. Es duftete, wie fast überall auf Korsika, nach Macchia – das Wetter war schön – und wir bewunderten im Laufe der Wanderung die Ausblicke auf die Bucht von Girolata mit ihren teilweise roten Felsen. Es war friedlich – kleinere Schiffe liefen im Hafen ein. Girolata kann nur vom Meer aus erreicht werden oder über Eselspfade, auf denen wir das kleine Dorf zu erreichen versuchten. Julia zeigte uns unterwegs verschiedene Pflanzen und gab uns botanisches Wissen zu Zistrosen, Oleaster, Oliven, Ginster und vieles mehr mit auf den Weg. Der Blick auf die Bucht von Girolata und das kleine Dorf bescherte uns eine große Überraschung, damit hatten wir nicht gerechnet: Girolata ist ein winziges Dorf mit einem kleinen gemütlichen Hafen. Es liegt an einer kleinen Anhöhe am Meeresufer. Ein Bilderbuchblick! So klein hatten wir uns Girolata nicht vorgestellt. Das Dorf besteht nur aus ein paar Häusern und einer Hauptstraße, alles sehr ruhig! Sehr erholsam. Auf dem ehemaligen Dreschplatz aßen wir zu Mittag. Nach einem Kaffee im Dorf wanderten wir zurück – der Weg führte am Meer entlang und wir machten eine Badepause. Sehr schön war der letzte Teil des Weges, der durch eine Art von Bäumen überdachten Hohlweg an einer Quelle vorbei zum Parkplatz führte, auf dem unser Auto bereits auf uns wartete. Eine empfehlenswerte Wanderung!

Elke und Heinz Dittrich

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