Ein Ausflug ins Bavella

Oktober 29, 2009 No Comments »

Es ist mein neunter Besuch im störrischen Esel. Auch im Jubiläumsjahr hat sich Hansjörg etwas besonders einfallen lassen. Am Montag, den 18.05.2009 machen wir uns um 5 Uhr auf den Weg. Die Fahrt geht durch die zuerst einsame Nacht in den Tag hinein. Nach 4 Stunden haben wir den Parkplatz am Col de Bavella erreicht und die Wanderung kann beginnen.


Links an der Madonna vorbei finden wir bald die gelbe Markierung die uns über die alpine Variante des GR 20 zu den Türmen führt. Durch den steilen Anstieg über Felsblöcke erreichen wir nach nicht einmal einer Stunde bereits den Turm I, den wir allerdings rechts liegen lassen. Am Fuße des II. Turms geht der Weg durch einen lichten Lariccio-Kiefern-Wald. Das ständige bergab und bergauf wird uns noch den ganzen Tag begleiten.


Die Stille und das Vogelgezwitscher wird durch Eisenschläge unterbrochen. Bald bemerken wir auch, woher dieser Krach kommt. Wir müssen eine Felsplatte hinunter und um nicht abzurutschen können wir uns an der Eisenkette festhalten, die verschiedene Eisenstäbe befestigt hat. Diese prallen gegen den Stein und machen den Lärm.
In dieser Höhe hält der Frühling gerade Einzug. Während wir die blühenden Krokusse entdecken hören wir auch den Kuckuck rufen. Unser höchstes Ziel, der Turm III rückt immer näher. Noch ein paar Tritte in die Felsenspalten und leichte Kletterstellen und wir haben es geschafft. Von hier oben haben wir einen tollen Rundblick auf das Bavella-Massiv. Der Turm II (Turm der Österreicher) ist zum Greifen nah und hinter uns reckt sich der Turm IV (Turm der Deutschen) in die Höhe. Auf dem Monte Incodin, dem südlichsten Gipfel auf dem GR20, liegen noch Schneereste. Nach einer kurzen Foto- und Trinkpause beginnen wir mit dem Abstieg.


Der Verbindungsweg der Alpinvariante des GR 20 zum GR20 Normalweg beginnt steil bergab. Der Rundweg ist zuerst nur durch Steinmännchen markiert und diese in dem Geröllhang zu finden ist nicht einfach. Schließlich geht es in einem Wald weiter, und der Weg wird sichtbarer. Wir müssen über umgefallene Bäume klettern, Bäche überqueren und immer noch bergab laufen. Nach 1 ½ Stunden abwärts gelangen wir dann auf die rot-weiße Markierung des GR 20. Viel mehr Höhenmeter ging es jetzt hinunter als wir morgens rauf mussten. Und wer jetzt denkt, die Strecke verläuft nun gleichmäßig, der hat sich geirrt. So abwechselnd wie wir rauf und runter gehen so verschieden ist unser Weg. Einmal durchstreifen wir den Erdbeerbaumwald mit seinem märchenhaften Unterholz, danach durchqueren wir Wiesen mit dem blühenden Affodil und der korsischen Schneerose, die Baumheide überragt uns und am Wegesrand leuchten die Alpenveilchen. Später kraxeln wir über Felsblöcke und überqueren einen Bach in dessen Gumpen bereits ein paar Wanderer sich im kalten Gebirgswasser erfrischen und schon verschwinden wir in der weiß und rosa blühenden Macchia aus der ab zu der Ginster gelb leuchtet. Zwischendurch ist der Blick frei auf die Südseite der Türme des Bavella.
Je näher wir dem Parkplatz kommen desto mehr Menschen begegnen uns. Nach einem letzten, steilen Anstieg erreichen wir gegen 16 Uhr wieder unseren Ausgangsort und treten zufrieden mit dem schönen Tag die Heimfahrt ins Feriendorf an.

Alexandra

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