EINMAL KORSIKA – IMMER WIEDER KORSIKA

April 7, 2009 No Comments »

Als ich Hans 2002 kennen lernte, hörte ich bei einer seiner Lesungen auch sehr viel über Korsika. Immer wieder schwärmte er von dieser Insel, und im Laufe der Zeit wuchs meine Neugier. Ich habe das Glück gehabt, einige wirklich schöne Plätze unserer Welt zu sehen und konnte mir nicht vorstellen, dass es eine solch einzigartige Vielfalt – auch bedingt durch die Kombination Berge und Meer – wirklich geben kann.
Als wir eine Partnerschaft eingingen, nahm Hans mich im September 2007 mit nach Korsika. Der erste Eindruck war: wuchtig (von den Bauten her), steinig, eher kahl, fast abweisend. Trotzdem: auf den Touren – bis 10 Stunden – die Hans mit mir machte, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Ich war vorher noch nie bergwandern. Allerdings hatte ich – Gott sei Dank – eine leidliche Kondition. Ich schnaufte bergauf, hatte Probleme mit der Luft und einen Muskelkater nach dem anderen. Es war aber so beeindruckend, dass ich hunderte Fotos schoss, und während unserer Wanderungen die Zeit wie im Flug verging – ich nahm gar nicht wahr, wie lange wir schon unterwegs waren. Von jedem Berggipfel aus zeigte mir Hans, wo wir schon überall gewesen waren und ich konnte es gar nicht glauben, welche Entfernungen man in relativ kurzer Zeit zurücklegen kann.
Hans schwärmte mir auch immer wieder vor, in welche Blütenpracht sich die Insel im Mai hüllt…
Inzwischen war ich auch im Mai hier, und wieder im September. Und obwohl wir einige Touren schon mehrmals gemacht haben, entdecke ich immer wieder Neues. Und mittlerweile hat sich der erste Eindruck gewandelt. Inzwischen bewundere ich die Vielfalt der Steine und der Vegetation, habe erlebt wie freundlich die Menschen auf mich zugehen und spüre Ruhe und den Frieden, wenn ich von einem Gipfel über das Land blicke.
Zum Wohlfühlen trägt auch die herzliche, familiäre Atmosphäre im Dorf zum „störrischen Esel“ bei. Dieser Name hat in mir eine gewisse Verbundenheit ausgelöst – fühlte ich mich doch manchmal insgeheim auch wie ein störrischer Esel, wenn ich anfangs innerlich mit mir selbst haderte, wenn ich an meinen Leistungen etwas auszusetzen hatte, oder Hans dazu bewegen wollte, mit mir ins (für ihn viel zu kalte) Meer schwimmen zu gehen. Das Feriendorf feiert heuer seinen 50. Geburtstag. Natürlich sind wir wieder da. Hans wird heuer das 25. Mal im störrischen Esel sein (um das zu schaffen, muss man auch ein „störrischer Esel“sein!), feiert heuer seinen 65er und wird im Mai zum 65sten Mal auf seinen geliebten Hausberg steigen.
Meine Empfindungen über Korsika habe ich in ein Gedicht gepackt, das ich euch anschließend vorstellen möchte – vielleicht macht es dem einen oder anderen (noch störrischen Esel) Lust auf  Korsika. Wer’s nicht kennt: ihr glaubt gar nicht, was ihr versäumt! Ich lade euch ein: nehmt euch ein paar Minuten Zeit und seht Korsika durch meine Augen.

Gerlach Angelika

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