Korsika – Insel der Schönheit

März 2, 2009 No Comments »

La Corse mon amour.

50 Jahre Feriendorf zum störrischen Esel. Einen Teil meines Lebens habe ich dort verbracht und viele Erinnerungen werden wach. Wenn ich zurück blicke auf diese schöne Zeit und die vielen Begegnungen kommt viel Dankbarkeit und Freude auf.


Eine dieser Geschichten ist aus dem Jahre 1967: „Von 4 Mädchen aus dem Frankenland, die mit 19 Jahren zum ersten Mal alleine in den Urlaub gefahren sind.“
Seit ich 1963 mit meinen Eltern zum ersten Mal auf Korsika war, hat mich diese Insel der Schönheit nicht mehr losgelassen. Viele Urlaubswochen und 4 Saisonen als Personal habe ich im Feriendorf verbracht. Geschichten und Begegnungen haben mein Leben geprägt.

3 Schulfreundinnen und ich haben uns auf den Weg nach Korsika gemacht. Damals wurden wir bewundert, eine so weite Reise zu unternehmen. Die Anreise war lang und trotzdem schön. Im Bus von Dornbirn nach Nizza haben wir das Korsikalied, das ich schon kannte, den anderen Gästen vorgesungen und beigebracht. Die Überfahrt mit der Fähre von Nizza nach Calvi war für mich immer der schönste Teil der Reise. Wenn nach 5stündiger Fahrt die Citadelle von Calvi auftauchte und  sich der Duft der Macchia verbreitete, hat sich ein Gefühl der Freude und des Angekommenseins eingestellt.


Das Feriendorf war damals ganz einfach, aber einfach schön. Wir waren ca. 60 Gäste im August und hatten viel Freude und Gemeinschaft miteinander. Jeder Gast ist einmal zum Abwasch eingeteilt worden, so sind wir uns näher gekommen und Gäste und Personal waren wie eine große Familie.


Wir Mädchen haben das Abendessen serviert und dafür eine Portion dazu bekommen. Um 22 Uhr war Nachtruhe, wie es beim Alpenverein so üblich war. Dann ging es nach Calvi mit Gitarre oder Handorgel. In der Bar “Chez Moustache“ haben wir dann weitergefeiert. Den Kopf voller Blödsinn, haben wir eines Abends etwas ausgeheckt: Udo, der Sohn des Lagerleiters Bernhard (Mister Wunderbar), hatte sein Zelt neben unserem Bungalow. Er war Mädchen für alles: Bergreferent, Krankenschwester etc., immer unterwegs. Als wir bemerkten, dass Udo noch nicht zuhause war, haben wir ihm eine Leiter (sie stand irgendwo) unter seinen Schlafsack gelegt. Am nächsten Morgen ging die Türe unseres Bungalows nicht mehr auf. Die Leiter stand vor der Türe und wir waren eingesperrt. Das war die Revanche für unsere nächtliche Aktion. Ich habe mich dann durch den schmalen Schlitz, der als Fenster diente, hinaus gezwängt, um die Leiter zu entfernen. Wir haben uns nichts anmerken lassen und noch viel erlebt in den 3 Wochen Urlaub.


Nach ca. 20 Jahren habe ich Udo in Damüls zufällig wieder getroffen. Wir haben über die lustigen Ereignisse von damals gelacht und uns an die schöne Ferienzeit in Calvi erinnert.


Margot, eine meiner 3 Freundinnen, die mit auf Korsika dabei war, hat damals ihren Mann Roland kennen gelernt, der im Feriendorf im Büro gearbeitet hat. Sie haben 1970 geheiratet und zusammen 2 Saisonen im Feriendorf gearbeitet. Als ich 1971, bevor ich nach Lindau gezogen bin,  auch im Feriendorf gearbeitet habe, sind wir wieder zusammengekommen. Unsere Freundschaft besteht bis heute und es bleiben die schönen Erinnerungen an unsere Jugendzeit. Gemeinsame Freunde von damals und die Abschiedsszenen am Hafen, gehören dazu. Wir sind jeden Sonntag mit zum Hafen gegangen, um die Gäste zu verabschieden. Tränen sind geflossen und vom Schiff sind Klopapier und alte Schuhe geflogen. Wir haben gesungen und sind mit Geldmünzen beworfen worden.


Als ich dann selbst auf der Fähre war und Abschied genommen habe, war jedes Mal das Gefühl da, dass ich wieder kommen würde. Dieses Bild, als das Schiff aus dem Hafen von Calvi gefahren ist und die Citadelle immer kleiner geworden und dann ganz verschwunden ist, ist bis heute in mir und mit einer Sehnsucht nach dieser unbeschreiblich schönen Insel verbunden.
Vive la Corse, vive la Corse, vive la Corsica!

Monika Blank, Lindau

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