Korsikaurlaub Sommer 2010

November 2, 2010 No Comments »

Die zwei Augustwochen im „Feriendorf Zum Störrischen Esel“ waren ohne Übertreibung der schönste Urlaub meines Lebens, die tollsten Ferien für unsere junge Familie. Ich habe zum ersten Mal geschnorchelt und mit dem Blick durch die Taucherbrille das erste Mal im feinen Sand das einmalige Lichtspiel der Sonne unter Wasser gesehen. Dieses Muster begleitet mich jetzt durch die nebligen Herbsttage im mittleren Rheintal, wenn in Hohenems der Novembernebel an den Bergen klebt.

Eines der Geheimnisse des Erfolgs des Esel-Konzepts ist, dass der Übergang zwischen Gast und Mitarbeiter/innen fließend ist, die Gäste wollen mitarbeiten und das Personal hat genauso Spaß wie die zahlenden Besucher. Wenn die Kostgänger selbst das Geschirr des köstlichen und abwechslungsreichen Essens abräumen, dann ist das genau der Punkt- dass eben jeder mithilft. Dies verweist auch auf die rustikale Vergangenheit des Feriendorfs, die unkonventionellen Urlaubstage mit dem Alpenverein seit über 50 Jahren. Ich zum Beispiel würde sofort eine Schachgruppe aufbauen (bin ein alter Schachlandesmeister), die Bibliothek professionalisieren (bin Buchhändler und universitär gebildeter Germanist) und auch gleich einen gratis Werbetext schreiben (bin im Brotberuf Journalist), wie dieses Loblied auf die Sturheit und Originalität der Ferienanlage beim Meer in Calvi.

Blitz und Donner sind in der Hautpsaison im August die absolute Ausnahme. Was jeden Sonntag allerdings sicher kommt, hört sich auch wie ein leises Hitzegewitter an. Die Rollen der Koffer donnern langsam zum Ausgang des Ferienparadieses des störrischen Himmels. Abschied mischt sich mit Dank und Freude über die genossenen Tage. Die zweite Woche ist dann Erholung pur, es kommen wieder andere Gesichter und wir fühlten uns so, als gehörten wir schon immer zu diesem Dorf. Die Neuankömmlinge sind „Zugeraste“ und es besteht ein Verbundenheitsgefühl mit den Gesichtern der ersten Woche.

Das Esel-Dorf ist ohne Frage ein Kinderdorf, d.h. die Begleitprogramme für Kinder sind herausragend gut. In der „Villa Kunterbunt“ findet Kinderbetreuung der originellen und unaufdringlichen Art statt. Malen, Zeichnen, Spielen, Basteln, Singen, aber auch ein Piraten- und ein Indianertag erwarten hier die Kids. Im Rahmen des Indianertages haben wir als Familie Ölz uns eine zweite Identität zugelegt: Mein Sohn Paul (6) ist der „Schlaue Fuchs“, Magdalena (4) die „Kleine Feder“, meine Frau Marlene die „Flinke Eidechse“ und ich selbst der „Sitting Bull“. Es ist ein running gag in diesen arbeitsreichen Tagen, dass wir uns als Siouxsippe auf Reisen fühlen.

Wolfgang Ölz, 38 Jahre, Familie, zwei Kinder, Journalist, 6845 Hohenems
Wolfgang.oelz@gmx.at

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