Lefkas & Epiros – eine Entdeckungsreise mit dem Mietwagen in drei Teilen

August 28, 2009 No Comments »

Als Reisejournalistin bin ich ständig auf der Suche nach „Geheimtipps“, nach Regionen, die noch in den Kinderschuhen des Tourismus stecken. Diesmal bin ich in Griechenland fündig geworden. Von der Insel Lefkas haben meine griechischen Freunde aus Zakynthos immer geschwärmt und auch Epiros, das Gebiet im äußersten Nordwesten Griechenlands, war mir bisher unbekannt.



1. Teil Lefkas

Schon bei der Landung in Preveza merkt man, dass hier keine riesigen Touristenströme unterwegs sind. Es stehen nur zwei Flieger auf dem kleinen Flugplatz. Die paar Schritte vom Flugzeug in die Ankunftshalle werden zu Fuß zurückgelegt, die Koffer sind 10 Minuten später auf dem Förderband. Sehr angenehm. Ich setze mich in meinen Leihwagen und düse Richtung Lefkas. Keine Fähre ist nötig um auf die Insel zu gelangen, sie ist mit dem Festland durch eine moderne Schwenkbrücke verbunden. Das geschäftige Zentrum der Hauptstadt Lefkas lasse ich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und fahre rechts Richtung Hafen. Ein moderner Yachthafen mündet in einen bezaubernden  Fischerhafen mit bunten Booten und kleinen gemütlichen Tavernen an der Uferpromenade. Der Geruch von gegrilltem Fisch ist sehr verlockend, aber da ich die Insel nicht kenne, möchte ich erst mein Hotel in Nikiana suchen, bevor es dunkel wird.

15 Minuten später stehe ich vor dem Hotel Tesoro. Es sieht sehr einladend aus. Ein großes Schwimmbad, sechs Bungalows mit insgesamt 35 Zimmern ziehen sich treppenförmig den Hang hinauf. Ich wohne ganz oben, der Ausblick ist herrlich, gut dass ich sportlich bin. Drei Nächte werde ich bei meiner einwöchigen Rundreise hier verbringen.

 

Die Insel ist – laut Karte – so klein, dass ich in einem Tag rundherum fahren kann. Ich werde mich treiben lassen, verschiedene Strände besuchen und dort halten, wo es mir gefällt, so mein Plan. In Nidri bin ich gleich einmal hängen geblieben. Das quirlige Städtchen hat alles was Touristen lieben. Kleine Geschäfte und viel griechisches Flair.

 

Ein Bummel im Hafen, ein Spaziergang am Sandstrand, ein Blick auf die beiden vorgelagerten Inselchen Sparti und Madouri. Und schon ist eine Stunde um. Ich steige in mein Auto und fahre die Ostküste entlang Richtung Süden. Flach ins Meer abfallende Strände gleich neben der Straße, es fällt mir schwer nicht anzuhalten. Dann führt die Straße in Kurven bergauf und entfernt sich wieder von den Stränden. Eine Abzweigung zu dem Dörfchen Sivota zieht mich magisch an. Sivota ist winzig, nur ein paar Häuser und ein Supermarkt. Dann eine Tafel: „Beach“, jetzt bin ich neugierig. Es lohnt sich, die Rouda Bay ist wunderschön. Kein Mensch weit und breit. Das Meer schillert hellgrün in der Mittagssonne. Da muß man ja hineinspringen.

In Vasiliki bin ich auch hängen geblieben. Das Städtchen ist besonders zauberhaft. Entlang des Fischerhafens reihen sich dutzende Fisch-Tavernen. Der Schwertfisch schmeckt traumhaft und der Preis ist moderat, kaum zu glauben, wenn man die anderen ionischen Inseln kennt. Viele Geschäfte bieten Souvenirs und Schmuck an, der auf der Insel hergestellt wird. Ich lerne eine Deutsche kennen, die vor 30 Jahren nach Lefkas kam, sich verliebte und hier geblieben ist. Mit ihrem griechischen Mann stellt sie Silberschmuck her. Auch ich bin dabei, mich in Lefkas zu verlieben.

Zumindest einen Strand möchte ich heute noch besuchen, Porto Katsiki soll wunderschön sein, eine Bucht mit weißem Sand. Zuerst führt die Straße in eine ganz andere Richtung, dann bei Komilio endlich die Abzweigung. Bei Dragano verkauft eine alte Frau eigenes Olivenöl und Honig. Man muß einfach stehen bleiben und ihr etwas abkaufen. Ich darf die Ware sogar probieren. Die schmale Straße mit den vielen engen Kurven scheint bis an den Strand zu führen. Aber nein, der Parkplatz und ein Kiosk sind oberhalb. An die hundert Stufen trennen mich noch von der wunderschönen Bucht mit großen weißen Kieselsteinen und kristallblauem Meer. Ich bin zu früh abgebogen und stehe am Strand von Egremni. Schon wieder ein Tag um. Und es gibt noch so viel zu tun.

 

Am nächsten Morgen fahre ich über die Berge an die Westküste. Nach der Besichtigung einiger Kirchen fahre ich über Lazarata nach Kathisma. Dort zieht sich ein herrlicher Strand endlos lang am Westufer der Insel entlang. Welcher Strand der schönste ist? Das ist schwer zu sagen. Vielleicht die Abendstimmung in Porto Katsiki. Urteilen Sie selbst.

Edith Reif

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