Jugendsinfonietta – Orchesterreise nach Madeira

November 29, 2008 No Comments »

Im September 2007 unternahm die Jugendsinfonietta der Musikschule zusammen mit dem Gesangsensemble Su la Voce eine Konzertreise auf die Insel Madeira.

Die letzte Ferienwoche verbrachte die Jugendsinfonietta Lustenau und das Ensemble Su la Voce auf der Blumeninsel Madeira. Musikschuldirektor Karl Matheisl organisierte in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Rhomberg eine Konzerttour, die dem Orchester wie den Sängerinnen und Sängern unvergesslich bleiben wird. Ein Erlebnisbericht.

Samstag, 1. September, 03.30 Uhr: die erste Gruppe der insgesamt 72 Teilnehmer trifft sich ungeachtet der nächtlichen Stunde pünktlich vor der Musikschule und startet Richtung Zürich. Mit Ausnahme der Trommeln und Kontrabässe, die eigens nach Madeira geschickt wurden, haben die Musiker ihre Instrumente bei sich – für die Celli wird ein eigener Sitzplatz gebucht.  Der Flug mit Zwischenlandung in Lissabon verläuft angenehm und am Flughafen der Inselmetropole Funchal werden wir von Frau Aurora, der ebenso liebenswürdigen wie fachkundigen Vertreterin des Reisebüros Rhomberg, begrüßt. Schon der erste Eindruck ist umwerfend. Tiefblaues Meer, blühende Bäume und Temperaturen um 25°C – wir freuen uns auf eine herrliche Woche. Auf der Fahrt ins Hotel Estrelicia wird die erste Eigenheit der Insel deutlich. Natürlich haben alle im Reiseführer gelesen, dass die Vulkaninsel zerklüftet und schroff ist. Aber wir staunen trotzdem wie steil die Straßen teilweise sind – zum Glück gibt es hier keine Glatteisgefahr. Unser erstes Konzert findet bereits am Sonntag in der „Igreja do Colégio“ der Kirche des Jesuitenkollegs von Funchal statt. Wir gestalten den letzten Gottesdienst um 20.00 Uhr mit der Messe von Charles Gounod und dem Ave verum corpus von Wolfgang Amadeus Mozart und singen anschließend Kirchenmusik von Gabriel Rheinberger, Heinrich v. Herzogenberg und Franz Schubert. Auch die letzte der fünf Sonntagsmessen ist voll besetzt und wir werden mit einer Freude und Herzlichkeit begrüßt und aufgenommen, die uns berühren und die in gewisser Weise die Stimmung für den ganzen Aufenthalt in Madeira vorzeichnet. In den nächsten drei Tagen entdeckten wir die Insel sowie das Meer und seine Bewohner – es ist einfach beglückend Delfine aus nächster Nähe zu beobachten, ihre Eleganz und Heiterkeit zu spüren. Und unter der charmanten und fachkundigen Führung von Anna Luise lernten wir nicht nur die Sehenswürdigkeiten von Funchal und dem Nordosten der Insel kennen sondern erfahren auch Interessantes über die vielfältige Flora Madeiras. Im subtropischen Klima gedeihen rund 700 verschiedene Pflanzenarten, das ganze Jahr über eine Blütenpracht. Mir haben am besten die zartlila Jakarada-Bäume gefallen und der Agapanthus, die afrikanische Liebesblume. Auf unseren Wanderungen entlang der Levadas, den Bewässerungskanälen der Insel, fühlen wir uns wirklich manchmal wie im Garten Eden. Vom Apfel bis zur Zitrone gedeiht hier fast alles: Ananas, Aprikosen und Bananen ebenso wie Kirschen Mangos, Melonen, Orangen, Papayas, Maracujas, aus denen auch liqor de maracuja, Sirup und Limonade hergestellt wird. Im Gegensatz zu der üppigen und prachtvollen Flora ist die Fauna Madeiras eher bescheiden. Einzige Reptilienart ist die Mauereidechse, es gibt also keine Schlangen und soweit ich das feststellen konnte auch keine lästigen Insekten. Das Museum Quinta das Cruezes in Funchal ist Gaststätte unseres zweiten Konzerts. Neben Volksliedern aus Vorarlberg und Kärnten spielt die Sinfonietta „Wienerisches“, Pizzicato Polka, Walzer und zum Abschluss den Radetzkymarsch. Das Programm begeistert die Zuhörer und wir sind gerührt über die herzliche Freude dieser Menschen beim Hören des Kaiserwalzer. Am nächsten Tag fahren wir nach Calheta, ca 40 km westlich von Funchal. Im neuen Kunstzentrum Casa das Mudas, das für den Architekturpreis Mies van der Rhode 2005 nominiet wurde veranstalten wir unser Abschiedskonzert auf Madeira. Die Musik von Marianna Martines, Antonio Vivaldi, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Baptist Vanhal, Johann (Vater und Sohn) und Josef Strauß, Peter Iljitsch Tschaikowsky und Josef Schrammel begeistert auch hier das Publikum. Die Freude mit der österreichische Musik aufgenommen wird erfasst auch alle Akteure und bringt sie zu Höchstleistungen. Ein wunderbarer Abschluss einer wunderbaren Woche.

Eine Konzertreise dieser Größe stellt die Organisatoren vor zahlreiche Probleme. Transport und Lagerung der Instrumente, die Wahl der Aufführungsorte, Beschaffenheit der Instrumente vor Ort – all diese Punkte kommen zu den routinemäßigen Aufgaben dazu und erfordern von den Betreuern ein großes Maß an Bereitschaft und Flexibilität. All diese Anforderungen wurden problemlos und freundlich erfüllt. Der Madeira-Spezialist Rhomberg Reisen war uns ein exzellenter Partner auf dieser Konzertreise und Initiator Musikschuldirektor Karl Matheisl ein aufmerksamer Mentor. Beiden ein herzliches Dankeschön.

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