Mit dem Alpenverein nach Korsika, dann nach Island – ein Reisebericht von Hansjörg Klotz

August 22, 2013 No Comments »

Basaltsäulen wie sie in Korsika und Island vorkommen.Mein Name ist Hansjörg Klotz. Ich bin leidenschaftlicher Trekkingguide und Instruktor für den Alpenverein Vorarlberg. Im Sommer habe ich mit zwei Gruppen zwei unterschiedliche Trekkingziele erkundet.

Die AV-Vorarlberg Kletter- und Tourenwoche Anfang Juni im Feriendorf Zum Störrischen Esel in Korsika war ein Gemeinschaftserlebnis. Von Sportklettern, Bergsteigen, Wandern, Mountainbiken, Schwimmen bis hin zu dem Komfort von gemütlichen Bungalows, war alles dabei. Die Temperaturen waren für die Ausübung dieser Sportarten ideal.

In Korsika, auf der Halbinsel Monte Senino, und bei gutem Wetter in Island, sind wir gerne über die dortigen roten Rhyolit-Felstürme geklettert. Rhyolit ist vulkanisch, in der Zusammensetzung wie Granit und daher gut geeignet für den Klettersport. Nur im korsischen Weltnaturerbe-Gebiet Scandola und Island findet man diese spezielle Form von Basaltsäulen, welche einmalig in Europa sind. Sternenklare Vollmondnächte können einem in Korsika in eine romantische Stimmung versetzen.

Schafe auf Island

Es folgte der Hohe Norden: Island!

Mit dem Alpenverein Bludenz ging es nach Island. Am 01.08.2013 starteten wir bei Höchsttemperaturen von 35 Grad. Doch Island ist nicht nur landschaftlich anders, sondern auch die Temperaturen haben so ihre Tücken. Angekommen sind wir bei 5 Grad, starkem Sturm und Regen. Die vielen Schneefelder vor Ort ließen auf einen vergangenen kalten Winter schließen und durch den starken Regen war die Wassermenge der Flüsse und Überquerungen fast um das Dreifache angestiegen. Dies machte die ganze Tour zu einer kleinen Herausforderung, und wer nicht über die Flüsse springen wollte, musste mit den Wanderschuhen durch.

Bei der Überquerung der Gebirgsketten mit großem Rucksack, von Golf zu Golf, von Selbstversorgerhütte zu Selbstversorgerhütte, waren die immer wiederkehrenden Warnrufe des Brachvogels und die unterschiedlichsten Wassergeräusche unsere ständigen Begleiter. Kein Radio, kein Handy, kein Fahrzeug konnte die Ruhe stören. Denn es gab weder Empfang noch öffentliche Straßen. Auch keine weiteren Trecker waren auf der ganzen Strecke.

Beeindruckt hat uns auch der Papageientaucher (Lundi). Im sehr kurzen Polarsommer ziehen sie ihre Jungen am oberen Rand von Meeresklippen in kleinen Erdhöhlen auf. Tollpatschig klettern die Jungvögel über dem tiefen Abgrund und drohen abzustürzen.
Mitte August geht es dann ab ins weite Nordmeer, wo die Lundi 8 Monate des Jahres verbringen. Die Papageientaucher möchte ich als die Murmeltiere des Nordens bezeichnen, es ist immer wieder ein Erlebnis diese interessanten Tiere zu beobachten. Neben gewissen Tages- und Nachtgreifvögel, ist der weiße Polarfuchs der einzige Feind der isländischen Vogelwelt.

Hansjörg Klotz
Trekkingguide, isländisch Farastoerii

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