Monte Cinto zum Jubiläum – ein Bericht von Martin Lendi

Oktober 23, 2013 No Comments »

Monte Cinto - höchster Berg KorsikasIn den letzten 30 Jahren war ich nun schon 74 Mal auf Korsika, aber noch nie stand ich auf dem Gipfel des höchsten Berges der Insel, dem Monte Cinto (2706 m).

Zeit, dies zu ändern, dachte ich und meldete mich für die Tour mit Edgar an. Bereits um drei Uhr morgens klingelte der Wecker… Da auf den Nachmittag Gewitter angekündigt waren, wollte Edgar möglichst früh aufbrechen. Wie Weise, wie sich zeigen wird!

Leise, um meine Familie nicht aufzuwecken, zog ich mich an und schnürte meine Wanderschuhe. Der Rucksack stand bereits gepackt  neben der Tür. Auf dem Weg zum Restaurant hörte man nur Zikaden und eine einsame Zwergohreule. Was war ich überrascht und vor allem erfreut, als ich das extra für uns 9 Wanderer hergerichtete Frühstücksbuffet sah! Da fehlte es wirklich an nichts. Noch wunderbarer war der Kaffee, den Edgar uns zubereitete. Das Frühstück wurde – wie kann es um die Zeit anders sein – grösstenteils schweigend eingenommen. Nur Stefan aus Einsiedeln war schon quickfidel. Um vier Uhr bestiegen wir die beiden Allrad-Fahrzeuge und fuhren ins Niolo. Um uns herum war immer wieder heftiges Wetterleuchten zu sehen. Hinter dem Camping Monte Cinto war die Strasse nur noch eine Piste und die Fahrt dort hoch ein echtes Abenteuer. Die Strasse glich stellenweise eher einem Bachbett. Nun ging auch die Sonne auf und wir erreichten eine zerfallene Hütte, wo die Fahrzeuge abgestellt wurden. Los ging es!

Kaum waren wir losgewandert, setzte auch schon Regen ein. Wir zogen die Regenjacken an und trotten schweigend hintereinander her. Nach einer halben Stunde kamen wir zur Ercu-Hütte, wo Edgar, unser Bergführer, kurz drin verschwand. Was er da nur wollte? Es wird sich noch zeigen!

Der Regen hatte glücklicherweise bereits wieder aufgehört. Ab der Ercu-Hütte ging es nur noch aufwärts und aufwärts ging es auch mit dem Wetter. Die letzten paar  Höhenmeter musste gar etwas geklettert werden. Auf dem Gipfel angekommen, genossen wir das herrliche Panorama. Sogar die Zitadelle von Calvi war zu sehen!

Endlich stehe ich auf dem höchsten Punkt Korsikas!

Ich suchte mit Edgars Hilfe noch den Geocache und nach ein paar Gipfelfotos ging es wieder abwärts. Allerdings wählten wir den lohnenswerten Umweg über den Cinto-See. Über viele Geröllfelder, die den Abstieg erheblich erleichterten, erreichten wir diesen einsam gelegenen See, der noch von Schneefeldern umrahmt war. Stefan wagte sogar ein Bad im eiskalten Nass!

Die aufziehenden tiefen Wolken verliehen dem See eine ganz spezielle Atmosphäre. Auf dem weiteren Abstieg konnten wir auch auf ein paar Schneefeldern hinunter rutschen.  Einige beherrschten das prima, andere müssen das noch etwas üben. Wieder an der Ercu-Hütte angekommen,  verschwand  Edgar  erneut darin und kam mit einem  Karton Pietra-Bier wieder hinaus! So konnten wir auf eine  erfolgreiche Gipfelbesteigung  anstossen. Auf dem letzten Abschnitt bis zum Parkplatz setzte erneut Regen ein. Unser Timing war somit absolut perfekt! Edgars Erfahrung hat sich für uns ausgezahlt!

In Calacuccia stiessen wir mit einem Pastis ein zweites Mal auf den Monte Cinto an, anschliessend ging es zurück ins Feriendorf. Vielen Dank, Edgar, für den anstrengenden und wunderschönen Tag!

Cinto See auf KorsikaSchwimmen im Cinto See - Umgeben von SchneefeldernSchneefelder rutschen auf KorsikaPastis nach der Gipfelbesteigung

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