Naturfotografie zwischen Wasserfällen, Papageitaucher und Kragenente – ein Reisebericht von Herr Gilbert Hafner

August 21, 2013 No Comments »

Reisebericht Island Gilbert HafnerVom 23.7. bis 2.8. war ich, Gilbert H., gemeinsam mit Kathi G. und Stefan H. in Island unterwegs. In knapp 10 Tagen haben wir die Insel einmal entlang der Ringstraße umfahren. Mit Mietauto und vorgebuchten Unterkünften machten wir uns auf den Weg.

Gut ausgerüstet wollten wir Naturschauspiele und die Tierwelt Islands beobachten und auch fotografieren. Wie soll es anders sein, mein persönlicher Schwerpunkt war wieder die Vogelwelt. Neben einer Vielzahl von Meeresvögeln, welche man als Mitteleuropäer nicht oft vors Fernglas bekommt, gibt es eine Handvoll Vogelarten, die vermutlich auf den meisten Wunschzetteln europäischer Vogelbeobachter stehen – so z.B.: die Kragenente oder der Gerfalke.

23.7. Anreise und Übernachtung in Vogar
Leider erfolgte unsere Anreise sehr spät in der Nacht, weswegen wir um 2 Uhr nur noch in einem Hotel in Vogar (nahe dem Flughafen Keflavik) einchecken konnten.

24.7. Nationalpark Thingvellir, Geysir & Gullfoss
Am ersten Morgen machte 3m vom Hotelfenster entfernt sofort ein Regenbrachvogel auf sich aufmerksam, eine Art, die in Österreich nur am Durchzug zu beobachten ist. An der Küste konnten wir weitere nordische Vogelarten beobachten. Etwas später ging es nach einem gemeinsamen Frühstück weiter zum Thingvellir Nationalpark. Das Gebiet war sehr idyllisch, die Tages-Highlights kamen aber erst danach bei den Geysiren nahe Haukadalur und dem mächtigen Gullfoss. Die Nacht verbrachten wir weiter südlich in Hveragerdi.

25.7. Vestmannaeyjar, Seljalandsfoss, Skógafoss & Meeresvögel
Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Vestmannaeyjar (Westmänner Inseln). Die halbstündige Fahrt mit der Fähre war ein ornithologisches Feuerwerk. Am Silbertablett gab es Dreizehenmöwe, Eissturmvogel, Basstölpel, Tordalk, Gryllteiste, Trottelllumme, die ersten Papageitaucher sowie weitere spannende Arten zu beobachten. Auf der Hauptinsel konnten wir dann nach einem kurzen Fußmarsch Papageitaucher an ihren Brutwänden fotografieren. Nach ein paar Stunden waren wir wieder zurück am Festland.

Der nächste Programmpunkt war der Seljalandsfoss, ein Wasserfall, den wir in bestem Licht vor die Linse bekommen haben. Anschließend ging es noch zum Skógafoss, bevor wir in Höfdabrekka (nahe Vík) im Hotel Katla übernachteten.

26.7. Dyrhólaey, Vík, Kirkjubæjarklaustur, Skaftafell Nationalpark
Zuerst fuhren wir ans Südkap Dyrhólaey, bevor wir nach einem kurzen Stopp beim schwarzen Strand von Vik zu einer längeren Autofahrt nach Kirkjubaejarklaustur aufbrachen. Dort kamen wir nach einigen Höhenmetern an einen See inklusive Panoramablick. Danach ging es noch zum Skaftafell Nationalpark, wo wir eine rund zweistündige Wanderung zum Svartifoss antraten.

27.7. Fjallsárlón, Jökulsárlón, Stokksnes, Hallormsstadur
Fjallsárlón – Gletscherlagune Der Tag begann mit zwei absoluten Highlights, den beiden Gletscherlagunen Fjallsárlón und Jökulsarlón. Der Anblick lässt vermutlich jedes Naturfotografenherz höher schlagen. Auch mit dem Wetter hatten wir immer noch Glück. Nachdem wir die schwimmenden Eisberge in Szene gesetzt hatten, war auch noch Zeit die tausenden Küstenseeschwalben sowie vereinzelte Schneeammern zu beobachten. Danach kam außer mehreren Stunden Autofahrt leider nicht mehr viel. Ein Halt bei Stokksnes war mittelmäßig spannend, und das Mineralienmuseum in Stödvarfjördur haben wir auch ausgelassen 😉 . Am Abend kamen wir dann in Hallormsstadur an, wo wir den Tag ausklingen ließen.

28.7. Dettifoss, Namafjall, Krafla, Myvaten (Kragenente, Spatelente,…)
An diesem Tag waren die Erwartungen wieder groß. Nach weiteren Stunden im Auto kamen wir zuerst am Dettifoss an, dem wasserreichsten Wasserfall Islands. Die letzten 30km mussten wir auf sehr schlechter Straße ertragen. Danach ging es ins Gebiet Myvatn, wo wir zuerst bei Namafjall und Krafla vulkanische Aktivitäten aus nächster Nähe beobachten konnten. Zu diesem Zeitpunkt schlug leider das Wetter um. Während wir die Tage zuvor ein sehr sommerliches Island erlebten, zogen Gewitterwolken auf, es begann zu regnen und ein dichter Nebel reduzierte die Sicht, teilweise auf 20m. Persönlich hat mich das schon sehr gewurmt, da Myvatn, der viertgrößte See Islands, bekannt für seine Vogelwelt ist. Trotz der schlechten Bedingungen konnten wir mit Spatel- und Kragenente zwei Vogelarten beobachten, welche in Europa ausschließlich in Island vorkommen und deshalb heiß begehrt sind. Unser Hotel lag direkt am Südufer des Sees. Weitere interessante Beobachtungen waren Odinshühnchen, Eisente sowie Eistaucher.

29.7. Godafoss, Tjörnes, Whalewatching in Húsavík and Akureyri
Godafoss (Foto: Kathi) Erster Punkt auf der Tagesordnung war der Godafoss, danach folgte Húsavík, wo es per Speedboat zum Whalewatching ging. Nachdem wir vom Boot aus an einem Felsen tausende Papageitaucher beobachten konnten, fuhren wir in Richtung offenes Meer, wo wir uns die ersten Wale erhofften. Relativ schnell konnten wir einen Zwergwal beobachten, bevor ein Trupp Weißschnauzendelphine unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Schließlich tauchten auch mehrere Buckelwale auf. Hier zeigte sich der große Vorteil des Speedboats. Wir waren in kürzester Zeit in nächster Nähe. Während dieser Tour gab es wieder tolle Möglichkeiten Meeresvögel zu beobachten.

30.7. Glaumbaer, Halbinsel Vatsnes, Grábrók, Borganes, Reykholt
Das Schlechtwetter hielt immer noch an. Auch wenn es nur selten regnete, war die ständig präsente graue Wolkendecke sowie immer wieder dichter Nebel alles andere als förderlich, wenn man fotografieren wollte. Um uns nach einer längeren Autofahrt die Beine zu vertreten hielten wir bei Glaumbaer, einem alten Torfbauernhof. Danach ging es einmal um die Halbinsel Vatsnes, wo wir einige Male zum Fotografieren stehen blieben. Unter anderem konnte ich hier eine Gryllteiste sehr nahe ablichten. Nach einem Stopp bei den kraterförmigen Erhebungen von Grábrók und am Hafen von Borganes ging es ins Fosshotel Reykholt, wo wir übernachteten.

31.7. Hraunfossar, Reykjavik
Am Vormittag ging es direkt zu den Lavawasserfällen Hraunfossar, anschließend in die Hauptstadt Reykjavik, wo wir unser Auto nahe dem Rathaus am Teich Tjorni parkten. Auf einer kleinen Insel konnte ich dort sehr exponiert eine Eismöwe rastend beobachten, am Hafen dann auch noch im Flug. Den restlichen Tag verbrachten wir in der Altstadt und an der Küste. Auch die Unterkunft war direkt in Reykjavik.

1.8. Blaue Lagune, Grindavík, Gunnuhver, Abflug
Am letzten Tag schafften wir es dann noch in die groß umworbene Blaue Lagune, ein Thermalfreibad, welches optisch schon beeindruckt. Inmitten schwarzen Lavagesteins wird Thermalwasser gepumpt, welches durch ein leuchtendes Blau einen starken Kontrast zum Gestein erzeugt. Unser Rückflug ging wieder sehr spät in der Nacht, die restliche Zeit haben wir entlang der Küste in Grindavík und im Vulkangebiet Gunnuhver verbracht.

Wunderschöne Fotos der Rundreise, Beobachtungen und Infos zu meiner Person finden Sie hier.

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