Ursprüngliches Griechenland! Mit Harald Stocker unterwegs.

Juli 8, 2010 1 Comment »

Nachfolgendes Interview wurde von einer der größten Tageszeitungen Österreichs anlässlich einer Griechenlandreise von Rhomberg Reisen mit dem Reiseleiter Harald Stocker geführt.

Reporter (R): Warum „Ursprüngliches Griechenland“?

Harald Stocker (HS): Weil die Region Epiros & Lefkas im Vergleich zu anderen griechischen Regionen bzw. Inseln noch sehr ursprünglich ist.

R: Wann begann die Reise?

(HS): Die Tour startete am 29.5.2010. Um 8h30 landeten die Flieger fast zeitgleich aus München und Wien mit lauter Bleichgesichtern. Mein Gott, wie schlecht musste das Wetter zu Hause gewesen sein…. Es gab auch Gerüchte, dass meine Gäste angeblich Werbeverträge mit Schärdinger für Light Milch abgeschlossen hätten. Ich hatte ja leicht lachen, da ich schon eine Woche vorher in Lefkada war, bei Traumwetter.

Werbung für Dany + Sahne? Bis heute blieb er die Antwort schuldig.

Schnell an den Strand, damit etwas Farbe ins Gesicht kommt.

(R): Welche Gäste reisten in Ihrer Gruppe mit?

(HS): Da waren einerseits Stammkunden dabei, aber auch s.g. „Neulinge“. Wir hatten auch das bekannte Duo „BVC“ mit dabei. Das sind zwei intellektuelle Herren aus Bad Vöslau (BV; C für Clan), die allabendlich, auch unaufgefordert, Ausschnitte aus ihrem bereits weltweit präsentierten Showprogramm aus Sketchen, Kommentaren, Witzen und Lebensweisheiten zum Besten gaben.

Dabei war auch die Jane Fonda aus Tulln, die ihr (wenig) mitreißendes Aerobic und Senioren-Stretching Programm anbringen wollte.

Wenig Freude hatte ihr Mann damit. Der zog es vor, was zu essen.

„Herbert, iss das!“ (Werbung kann so gemein sein)

(R): Was haben Sie in Parga gemacht?

(HS): Wir sind auf die Burg gewandert und haben von dort den fantastischen Ausblick genossen.

(R): Wie war der Zusammenhalt der Gruppe, besonders in Bezug auf die Neulinge?

(HS): Ja, nach der Ankunft hatte ich da gewisse Sorgen, dass die „Neulinge“ nicht in die Gruppe passen könnte. Finster war der eine oder andere Blick auf der schweigsamen Fahrt nach Parga. Früh aufgestanden? Müde? Ehekrach? Migräne? Na ja, würde sich dann schon irgendwie einfinden. Gleich am ersten Abend wäre ich dann schon froh gewesen, wenn das etwas langsamer mit der Integration geklappt hätte (;-))

(R): Nach der Nächtigung an der Küste bei Parga sind Sie lt. Programm dann in die Region Zagoria gefahren? Welche Touren unternahm die Gruppe?

(HS): Über die Universitätsstadt Ioannina sind wir in den Vikos-Aoos Nationalpark gefahren. Ziel war der kleine Ort Elati, eines der 46 aus Stein gebauten Zagoria Dörfern. Wer den Bestseller „Eleni“ von Nicolas Cage (nicht der Schauspieler) gelesen hat, der kennt die Region und deren leidvolle Geschichte. Wir wanderten in und durch die Vikos Schlucht, die im Guinness Buch der Rekorde als „Tiefste Schlucht der Welt“ (proportional zu ihrer Breite – diese kleine Tatsache zu erwähnen, vergessen die Griechen immer gerne) gelistet ist.

Wir nächtigten, wie schon erwähnt, in Elati. Jährlich treffe ich dann auch die Kinder von Evi, der Besitzerin der Taverne am „Hauptplatz“. Evi verwöhnte uns immer mit hausgemachten Köstlichkeiten und ihr Tsapuro Lager war offensichtlich unendlich groß.

(R): Wie lange dauerten die Wanderungen?

(HS): Manchen Gästen waren 6 ½ Std. durch die Vikos Schlucht zu wenig… mir hat’s mehr als gereicht. Die anderen beiden Tage wanderten wir zu diversen Aussichtspunkten, durch bezaubernde Dörfer, über malerische Steinbrücken und stiegen die berühmten Vradetto Stufen hinab. Begeistert waren alle von der unerwarteten Blumenpracht.

Verpflegung während der Wanderung.

(R): Gab es unterwegs Probleme?

(HS):Ja, am ersten Tag wurde einer Teilnehmerin im Restaurant die Tasche mit Geld, Pass, Kreditkarten, Make-up und (besonders tragisch) den Zigaretten gestohlen. Die Aufregung in der Gruppe war groß, bei mir jedoch nicht, konnte ich doch auf jahrelange Erfahrungswerte zurück greifen. Die Dame „verliert“ nie etwas, sie „verlegt“ die Sachen nur dauernd. Und tatsächlich, die Tasche war gar nicht im Restaurant mit dabei, sie (die Tasche) lag einsam, verlassen und verzweifelt auf dem Stuhl im Zimmer (dummerweise im falschen Zimmer; drum hat die Suchaktion etwas länger gedauert). Na ja, „Problem“ gelöst.
Ein Gast hatte seine Hörgerät „verloren“. Aber auch das war nicht ganz richtig. Er hatte es (absichtlich?) zu Hause liegen gelassen. Es war ein sehr ruhiger Urlaub für ihn, wie er mir mal zugeflüstert hat (das fällt aber ins Berufsgeheimnis, bitte nicht darüber schreiben; seine Frau war auch dabei).

(R): Kam es auf Grund der aktuellen Krise in Griechenland zu Beeinträchtigungen?

(HS): Vom reisetechnischen Aspekt her betrachtet, keineswegs. Im Gegenteil, die Service Leistungen vor Ort waren besser als je zuvor. Es kam jedoch zu logistischen Engpässen in der Versorgung mit Lebensmitteln insbesondere bei Ouzo und Tsipuro (Grappa), aber das lag ausschließlich am explosionsartigen Anstieg der Nachfrage seit dem 29.5. auf Grund einer Reisegruppe aus Österreich. Mit großer Anstrengung und Hilfe der Bevölkerung und deren (heimlichen) Lagerbeständen konnten wir die Versorgung nach jeder Wanderung und zu jedem Abendessen (vorher, während und nachher) gewährleisten. Die Regionalbehörde von Lefkas hatte zudem 3 Tage Zeit (während die Gruppe im Gebirge war), sich logistisch auf den massiv erhöhten Bedarf der nächsten Tage einzustellen.

(R): Wie war das Wetter eigentlich?

(HS): Perfekt! Wie erwartet, strahlender Sonnenschein, alles in voller Blüte, angenehme Temperatur.

(HS): Ok, erwischt. Zugegeben, am 3. Tag in Zagoria hat es am Vormittag kurz geregnet bzw. geschüttet. Gott, war ich froh darüber, da meine Beine vom Vortag noch völlig desolat waren. Alles, nur keine Wanderung heute. Der Regen hörte auf und nachdem ich „sanft“ darauf hingewiesen wurde, dass ich ja das Programm zusammen gestellt hatte, musste ich mich doch noch aufraffen und wandern. „Wenn mich das Reisebüro nur nicht vermittelt hätte“….

(R): Kulturell tat sich nichts?

(HS): Natürlich! Auf dem Weg von Zagoria nach Lefkas befindet sich Dodoni, das zweitälteste Orakel Griechenland. Das musste besichtigt werden.

Natürlich musste Gerda dem „BVC“ (immer) sagen (oder zeigen), wo’s lang geht. Oder waissagte sie dem Gerhard hier etwa einen Sonnenbrand?

(R): Was haben Sie auf der Insel Lefkas unternommen?

(HS): Sensationell gut gegessen (Geheimtipp: Taverne Makis in Ligia), viel getrunken (Lagerbestände waren ja rechtzeitig aufgefüllt worden) und Zeit am Meer verbracht.

Einen Tag verbrachten wir auf der Hochebene mit der Kräuterkundlerin Brigitte (einer waschechten Bayerin). Sie führte uns ein in die Welt der Kräuter, Pflanzen, Öle, Heilkunde und alles umrahmt mit griechischer Mythologie. Sie schaffte es, einen Spagat vom Maibaum-Brauchtum zur griechisch-orthodoxen Kirche zu spannen. Spannend und lehrreich war es allemal. Und in Marias Taverne wurden wir sensationell verköstigt.

Eine genussvolle Woche, die leider nach 7 Tagen schon wieder zu Ende war.

Die Handlung ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist reiner Zufall.

Harald Stocker/Juni 2010

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