Wo ist der „San Petrone“ auf Korsika? – Reisebericht

Juli 17, 2013 No Comments »

Ein Reisebericht von Josef Willer, einem langjähriger Stammgast des Feriendorfes Zum Störrischen Esel auf Korsika.

Wegweiser zum San Petrone auf Korsika

Vom „Störrischem Esel“ aus fährt man über Ponte Leccia (Steineichenbrücke) rechts hinauf nach Morossaglia (Geburtsort des großen korsischen Freiheitskämpfers Pascal Paoli). Nach ca. 1 ½ Stunden Fahrzeit erreicht man den Ausgangspunkt „Col de Prato“, 985 Meter. Nun geht es „per pedes“ durch einen märchenhaften Wald aus Kiefern, Kastanien und majestätisch, ihre dicken Arme verschränkenden Buchen, die vielleicht schon 100 Jahre auf ihrem dicken Buckel haben. Nach Passieren einer Sonnenüberfluteten Lichtung und Bewältigung des felsigen Gipfelaufbaues erreicht man nach etwa 2 ½ Stunden den von der Ferne manchmal wie eine Frauenbrust aussehenden Gipfel des San Pedrone. Zum höchsten Punkt gelangt man sich links haltend – über einige Felsstufen zum Gipfelkreuz, 1767 Meter.

Das über – 65 Quartett, Hilma, Hanne, Jörg und Josef, das auch bei schlechteren Sichtverhältnissen schon hier oben war, wollte noch den anderen „San Petrone“ (Heiliger Petrus) besuchen. Diese ca. 30 cm hohe Steinskulptur befindet sich etwas weiter rechts hinter der Panorama Scheibe – die unter anderem die Insel Elba, den Monte Cinto und die Paglia Orba anzeigt, das weite Meer rund um Korsika  – in einer kleinen Felsnische. Doch „ O Schreck“ in der Nische ragte nur noch ein ziemlich verrostetes Metallband aus dem Fels. Wo ist der „San Petrone“. Hat ihn der Blitz aus dem Fels geschleudert? Hat ihn ein Heiligenverächter brutal herausgerissen und in die Tiefe geworfen? Hat ihn ein Heiligenverehrer entfernt und in seinen Herrgottswinkel gestellt? Hat ihn ein Verwirrter, verliebter Jüngling seiner Angebeteten geschenkt? Hat ihn ein Steinmetz entfernt und vielleicht schadhafte Stellen ausgebessert? Wo ist der „San Petrone“?

San Petrone Korsika

San Petrone auf Korsika

Mit Hansjörg auf den San Petrone
Vielleicht findet sich eine mitleidige Seele die die Felsnische mit einem neuen „Heiligen Petrus“ ausfüllt. Nächste Woche hat Hansjörg Klotz, der Wanderführer vom „Störrischen Esel“,  sogar eine Überschreitung des San Petrone ausgeschrieben. Ausgangspunkt ist ein wildromantischer Gebirgsort. Im Gegensatz zum Kastanien-Buchenwaldsteig, ist bei diesem Aufstieg korsisches Schafalpgebiet, dazu natürlich die entsprechenden Blumen und Büsche. Nach dem Abstieg durch den kühlenden, geisterhaften Buchenwald kommt eine kleine Schenke, die statt dem üblichen Kastanienbier Pastis, für einen Euro, ausschenkt.

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